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Mitralklappenstenose – Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Therapie-Standard (I34.2)

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-029709

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die Mitralklappenstenose (MKS) ist eine häufige Folge rheumatischer Herzerkrankungen und zeichnet sich durch eine funktionelle Verengung der Mitralklappe aus, die den diastolischen Blutfluss vom linken Vorhof in den linken Ventrikel behindert. Epidemiologisch liegt die Prävalenz bei erwachsenen Patienten mit früherer rheumatologischer Belastung im niedrigen einstelligen Prozentbereich; die Erkrankung tritt überwiegend im mittleren Lebensalter auf und ist geschlechtsübergreifend, wobei Frauen leicht häufiger betroffen sind. Klinisch relevant ist die MKS wegen ihres Risikos für pulmonale Hypertonie, Vorhofflimmern und Rechtsherzinsuffizienz, was eine frühzeitige Diagnose und adäquate Therapie erfordert.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome einer fortgeschrittenen Mitralklappenstenose sind Belastungsdyspnoe, orthopnoe sowie nächtliche Atemnot. In fortgeschrittener Phase kann ein perkutaner Ödem der Lunge auftreten. Das körperliche Befundbild umfasst häufig ein diastolisches Aufprallgeräusch (Rheumageräusch) am Apex, das sich bei Vorhofflimmern abschwächen oder verschwinden kann. Zusätzlich finden sich Zeichen einer Rechtsherzbelastung wie juguläre Venenerweiterung und hepatische Stauungszeichen. Der Verlauf ist häufig schleichend; akute Dekompensation kann durch atriale Tachyarrhythmien, Infektionen oder Schwangerschaft ausgelöst werden.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf rheumatische Vorerkrankungen, frühere Herzoperationen und kardiale Symptome. Die körperliche Untersuchung bestätigt das typische Geräusch und mögliche Rechtsherzzeichen. Echokardiografie ist der diagnostische Goldstandard: Sie quantifiziert die Mitralklappenöffnungsfläche (MCO) und misst den transvalvulären Druckgradienten, wobei eine MCO < 1,5 cm² als schwergradige Stenose gilt. Zusätzlich liefert die Doppler‑Echokardiografie Informationen über pulmonale Arteriendruckwerte und Vorhoffüllungsdruck. In seltenen Fällen kann eine intracardiale Rheokardiographie ergänzend eingesetzt werden, um hämodynamische Messungen zu verfeinern. Laboruntersuchungen dienen primär der Ausschlussdiagnostik (z. B. Entzündungsparameter) und zur Bewertung von Begleiterkrankungen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Mitralklappeninsuffizienz, die durch ein systolisches Regurgitationsgeräusch gekennzeichnet ist;
  • Trikuspidalstenose, die primär rechtsseitige Symptome hervorruft und ein diastolisches Geräusch im linken unteren Parasternalbereich erzeugt;
  • Pulmonale Hypertonie ohne linksventrikuläre Ursache, bei der das pulmonale Druckprofil erhöht, jedoch keine Mitralklappenverengung nachweisbar ist;
  • Rechtsherzinsuffizienz sekundär zu anderen Ursachen (z. B. koronare Herzkrankheit), die ähnliche klinische Zeichen zeigen kann, aber unterschiedliche echokardiographische Befunde aufweisen.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie einer symptomatischen Mitralklappenstenose richtet sich nach dem Schweregrad und den Begleiterkrankungen. Bei moderater bis schwerer Stenose mit ausgeprägten Symptomen ist ein interventioneller Eingriff indiziert, wobei die perkutane Ballonvalvuloplastie (PBV) als Standardverfahren gilt, sofern keine Kontraindikationen wie stark kalkifizierte Klappen oder thrombotische Läsionen vorliegen. Bei Patienten, bei denen eine PBV nicht durchführbar ist, wird ein chirurgischer Mitralklappenersatz empfohlen. Medikamentöse Therapie fokussiert sich auf die Kontrolle von Vorhofflimmern (Antikoagulation) und die Reduktion pulmonaler Druckwerte (Diuretika, ggf. Vasodilatatoren). Die Indikationsstellung für Eingriffe wird durch Qualitätsindikatoren unterstützt, die im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung entwickelt wurden.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.