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Morbus Reiter (Reactive Arthritis) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 2
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In diesem Artikel
Übersicht
Morbus Reiter, heute häufig als reaktive Arthritis bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung des Bewegungsapparates, die im Kontext einer vorausgegangenen Infektion an den Harn- oder Gastrointestinaltrakten auftritt. Die Prävalenz liegt in westlichen Ländern bei wenigen Fällen pro 100 000 Einwohnern; Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Klinisch relevant ist das potenzial für chronische Gelenkdestruktion, wenn die Entzündung nicht adäquat behandelt wird.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch beginnt Morbus Reiter nach einer latenten Phase von ein bis vier Wochen mit akuter mono- oder oligoartikulärer Arthritis, meist an den unteren Extremitäten. Begleitend können konjunktivale Bindehautentzündung und urethriale Entzündungen auftreten (Trias). Hautmanifestationen wie keratoderma blennorrhagicum oder pustulöse Läsionen am Handrücken sind ebenfalls beschrieben. Der Krankheitsverlauf ist häufig schubweise, wobei einzelne Gelenke von selbst remittieren können, während andere persistente Beschwerden zeigen.
Diagnostik
Die Diagnose beruht auf einer sorgfältigen Anamnese mit Fokus auf vorausgegangene infektiöse Ereignisse (z. B. Chlamydia trachomatis, Salmonellen). Klinisch wird die klassische Trias erfragt und dokumentiert. Laboruntersuchungen zeigen häufig eine erhöhte Entzündungsaktivität (CRP, BSG), serologische Tests können Antikörper gegen typische Erreger nachweisen, wobei ein direkter Nachweis selten ist. Bildgebend werden zunächst konventionelle Röntgenaufnahmen eingesetzt; bei Verdacht auf frühe Veränderungen kann Ultraschall oder MRT ergänzend genutzt werden. Diagnosekriterien orientieren sich an der Kombination aus klinischem Bild und dem Nachweis einer vorausgegangenen Infektion.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Erkrankungen sind die seropositiven rheumatoiden Arthritis, psoriatische Arthritis, Gicht sowie infektiöse Arthritis (z. B. septische Gelenkentzündung). Im Unterschied zur reaktiven Arthritis zeigen diese Differentialdiagnosen häufig positive Rheumafaktor‑ oder Anti‑CCP‑Antikörper bzw. eindeutige kristallinduzierte Synovialflüssigkeit. Die gleichzeitige Beteiligung von Bindehaut und Urethra ist bei Morbus Reiter charakteristisch, während sie in den genannten Differenzialdiagnosen selten vorkommt.
Therapie
Die leitliniengerechte Behandlung beginnt mit nicht‑steroidalen Antirheumatika zur Kontrolle der Gelenkentzündung. Bei unzureichendem Ansprechen oder schweren Manifestationen wird eine krankheitsmodifizierende Therapie empfohlen, die zunächst auf kortikosteroide und anschließend auf immunmodulierende Substanzen (z. B. Sulfasalazin) abzielt. Zusätzlich ist die Behandlung einer eventuell persistierenden Infektion (z. B. Antibiotika bei Chlamydien) Teil des therapeutischen Konzeptes, um erneute Immunreaktionen zu verhindern.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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