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Reaktive Arthritis – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-015362

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Reaktive Arthritis bezeichnet eine akute, nicht‑purulente Gelenkentzündung, die nach einer extrakorporalen Infektion, meist des Magen‑Darm-Traktes oder der Harnwege, auftritt. Die Inzidenz liegt im europäischen Kontext im einstelligen Prozentbereich von Patienten mit infektiöser Diarrhoe; das genaue Auftreten ist jedoch aufgrund fehlender prospektiver Erhebungen schwer zu quantifizieren. Klinisch relevant ist die häufige Assoziation mit HLA‑B27, einem Risikofaktor für chronische Verläufe und extraartikuläre Manifestationen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch beginnen die Gelenkbeschwerden ein bis vier Wochen nach der auslösenden Infektion. Das Krankheitsbild ist meist asymmetrisch, oligoartigulär und betrifft bevorzugt die unteren Extremitäten (Knie, Sprunggelenk). Begleitend können konjunktivale Bindehautentzündungen, urethrale Dysurie sowie kutane Manifestationen wie keratodermale Röteln auftreten. Der Verlauf ist häufig selbstlimitierend innerhalb von drei bis sechs Monaten, kann jedoch bei Vorhandensein von HLA‑B27 chronisch werden.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf eine kürzlich vergangene gastrointestinale oder urogenitale Infektion, häufig durch Salmonellen, Shigella, Campylobacter oder Chlamydia trachomatis. Klinisch wird die asymmetrische Oligoarthritis mit möglichen extraartikulären Symptomen dokumentiert. Laboruntersuchungen zeigen meist unspezifische Entzündungsparameter (leicht erhöhte CRP/BSG) ohne Nachweis von Erregern im Gelenkflüssigkeitstest. Bildgebend können Sonografie oder MRT frühe Synovialverdickungen und Ergüsse aufzeigen, während Röntgen erst bei chronischen Veränderungen Abnormalitäten zeigt. Die Diagnose beruht auf Ausschluss anderer entzündlicher Arthritiden und erfüllt die Kriterien einer reaktiven Arthritis nach den etablierten Klassifikationsschemata.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen die seronegative Spondyloarthropathie (insbesondere ankylosierende Spondylitis), infektiöse Septische Arthritis, Gicht und Pseudogicht sowie rheumatoide Arthritis. Die Abgrenzung erfolgt durch das Fehlen von Erregernachweis im Gelenk bei reaktiver Arthritis, das Vorhandensein von Harnwegs- oder Gastroenteritis-Vorgeschichte sowie die typischen extraartikulären Manifestationen. Bei Septischer Arthritis ist ein positiver Gelenkflüssigkeitskulturbefund zu erwarten.

Therapie

Die initiale Behandlung richtet sich nach symptomatischer Schmerzreduktion und Entzündungshemmung, wobei nicht‑steroidale Antirheumatika als erste Wahl gelten. Bei persistierenden Beschwerden oder hohem Aktivitätsgrad wird eine leitliniengerechte Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten in Erwägung gezogen, wobei das Vorhandensein von HLA‑B27 und das Risiko einer Chronifizierung berücksichtigt werden. Physiotherapeutische Maßnahmen unterstützen die Gelenkfunktion und verhindern Bewegungseinschränkungen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Daten zu ICD‑10-Codes vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.