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Patellafraktur (S82.0): Diagnostik, Differenzialdiagnose und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 4
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Patellafrakturen sind Verletzungen der Patella, die häufig im Rahmen von Direkttraumen oder indirekten Belastungen bei sportlichen Aktivitäten auftreten. Die Inzidenz liegt im mittleren zweistelligen Bereich pro 100 000 Einwohner und steigt mit dem Alter an, wobei Männer häufiger betroffen sind. Klinisch bedeutsam ist die mögliche Beeinträchtigung der Kniegelenksfunktion und das Risiko einer sekundären Arthrose bei unzureichender Therapie.
Klinisches Erscheinungsbild
Patienten präsentieren sich typischerweise mit akuten Schmerzen im vorderen Knie, Schwellung und eingeschränkter Beweglichkeit. Das charakteristische Zeichen ist die Unfähigkeit, das gestreckte Bein zu strecken (Extensordefizit). Palpatorisch lässt sich häufig ein Tastkörper der Frakturfragmentierung ertasten. Der Verlauf kann von einer einfachen transversalen Fraktur bis zu mehrfragmentären Mustern reichen, wobei bei letzteren eine Instabilität des Patellapols zu erwarten ist.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Verletzungsmechanismus (direkter Aufprall vs. indirekte Belastung) und mögliche Begleitverletzungen. Klinisch wird die Patellhöhe mittels Palpation und Vergleich mit der Gegenseite beurteilt; eine verkürzte oder erhöhte Patella weist auf Dislokation hin. Bildgebend ist das anteriore‑posteriore Röntgen des Knies Standard, ergänzt durch seitliche Aufnahmen bei Verdacht auf komplexe Frakturen. In mehrfragmentären Fällen kann die Computertomografie (CT) zur präzisen Fragmentdarstellung und Operationsplanung beitragen. Die Diagnosekriterien beruhen auf dem Nachweis einer Unterbrechung der Patellaplatte mit oder ohne Dislokation.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen patellare Tendinopathien, Patellaluxationen ohne Fraktur, Hoffa‑Frakturen des Femurs und distale Femurfrakturen. Bei einer reinen Luxation bleibt die Kontinuität der Patella erhalten, während bei einer Fraktur ein klarer Bruch sichtbar ist. Tendinopathien zeigen meist keine knöchernen Discontinuitäten im Bildmaterial.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie orientiert sich am Fragmentsystem und dem Vorhandensein eines funktionellen Extensordefizits. Bei nicht‑dislozierten, stabilen transversalen Frakturen wird häufig konservativ mit Ruhigstellung in Streckung und kontrollierter Mobilisation behandelt. Dislozierte oder mehrfragmentäre Frakturen erfordern operative Stabilisierung, wobei die anteriore Plattenosteosynthese mit additiver Sicherung des distalen Pols mittels Faden‑Cerclage als bewährte Technik beschrieben wird. Ziel ist die anatomische Wiederherstellung der Patellahöhe und -kontur sowie eine stabile Fixation, um frühes Bewegungstraining zu ermöglichen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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