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Pes anserinus Tendinitis – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie-Standard (ICD‑10 M76.86)
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Das Pes‑Anserinus‑Syndrom bezeichnet eine Tendinitis der anteromedialen Sehnenansammlung am proximalen medialen Schienbein, bestehend aus den Sehnen von Musculus sartorius, gracilis und semitendinosus. Die Prävalenz ist insbesondere bei sportlich aktiven Personen über 40 Jahren erhöht; das Syndrom stellt eine häufige Ursache für mediale Knieschmerzen dar und kann die Belastbarkeit des Gelenks deutlich einschränken.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch sind diffuse, drückende Schmerzen im medialen Kniebereich, die bei Belastung (z. B. Laufen, Treppensteigen) verstärkt auftreten und in Ruhe teilweise abklingen. Palpation enthüllt eine lokale Druckempfindlichkeit etwa 2–4 cm distal zur Gelenkkante über dem Pes‑Anserinus. Der Schmerz kann sich bis zum Unterschenkel ausbreiten, wobei Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) häufig begleitend auftreten. Der Verlauf ist meist schleichend; akute Exazerbationen können durch Überlastung oder plötzliche Richtungswechsel ausgelöst werden.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf mediale Knieschmerzen, Belastungszusammenhänge und sportliche Aktivitäten. Klinisch wird die lokale Druckschmerzhaftigkeit am Pes‑Anserinus geprüft; ein positiver „Pes‑Anserinus‑Kompressionstest“ unterstützt die Verdachtsdiagnose. Bildgebend können Sonographie oder Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt werden, um entzündliche Veränderungen der Sehnen und ggf. begleitende Bursitis darzustellen. Laboruntersuchungen sind meist nicht erforderlich, dienen jedoch dem Ausschluss systemischer Entzündungsprozesse.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen die mediale Meniskusläsion, Patellofemorales Schmerzsyndrom, Schleimbeutelentzündung des medialen Kniegelenks (prepatellar), Osteoarthritis mit medialer Kompartimentbeteiligung sowie lokale Injektionen oder Traumata. Die Unterscheidungsmerkmale liegen in der Lokalisation des Schmerzes, dem Vorhandensein von Gelenkgeräuschen, Bewegungseinschränkungen und bildgebenden Befunden.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie beginnt mit konservativen Maßnahmen: Belastungsmodifikation, physikalische Therapie (Kräftigung der Hüft‑ und Oberschenkelmuskulatur, Dehnung des Pes‑Anserinus) sowie lokale Kälteanwendung. Nichtsteroidale Antirheumatika werden nach Indikation eingesetzt, um Entzündungen zu reduzieren. Bei anhaltender Symptomatik können intraartikuläre oder subkutanale Kortikosteroidinjektionen in die betroffene Bursa erwogen werden. Operative Eingriffe, etwa Sehnenfreilegung oder Bursenexzision, bleiben Reserveoption für therapieresistente Fälle.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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