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Placenta increta/percreta (ICD‑10 O43.21): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
- Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
- Übersichtsarbeit: 2
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In diesem Artikel
Übersicht
Placenta increta und placenta percreta gehören zum Placenta accreta spectrum (PAS), einer Gruppe von Morbiditäten, bei denen die Plazenta über das normale Dekretationsniveau hinaus in die Myometrium‑ bzw. seröse Schicht eindringt. Die Inzidenz von PAS ist mit steigender Rate von Kaiserschnitt‑ und uterinen Narbenoperationen weltweit gestiegen; aktuelle Metaanalysen zeigen eine Prävalenz im Bereich mehrerer Promille bei Frauen mit vorherigem uterinem Eingriff. Klinisch relevant sind die hohen mütterlichen Morbiditäts- und Mortalitätsraten, die primär durch massive Blutungen, Organperforation und Bedarf an umfangreichen chirurgischen Interventionen bedingt sind.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome manifestieren sich meist im zweiten oder dritten Trimester als abnormale Plazentaposition mit vermehrter vaskulärer Anomalien. In der Sonografie können ein “loss of the retroplacental clear space”, das Vorhandensein von subchorionischen Venen und eine myometriale Thickening beobachtet werden. Bei Placenta increta ist die Eindringtiefe in das Myometrium, bei Percreta reicht sie bis zur serösen Oberfläche oder benachbarte Organe (z. B. Blase) aus. Der klinische Verlauf ist häufig von wiederholten Blutungen, Schmerzen und einer erhöhten Rate an Notkaiserschnitten gekennzeichnet.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf vorherige uterine Eingriffe, insbesondere Kaiserschnitt oder Myomektomie, da diese das Risiko für PAS signifikant erhöhen. Die körperliche Untersuchung liefert selten spezifische Befunde; die Bildgebung ist zentral. Transvaginale Ultraschall mit Doppler‑Technik stellt den ersten diagnostischen Schritt dar und ermöglicht die Identifikation der charakteristischen sonographischen Kriterien (z. B. Verlust des retroplacentaren Clear‑Space, intraplazentare Venen). Ergänzend kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) bei unklaren Befunden oder Verdacht auf tiefe Invasion eingesetzt werden, um die Ausdehnung bis zu benachbarten Organen präzise darzustellen. Die Diagnose wird gestellt, wenn bildgebende Kriterien einer myometrialen bzw. serösen Invasion erfüllt sind.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen placenta previa ohne PAS, bei dem die Plazenta über den Gebärmutterhals liegt, jedoch keine myometriale Invasion vorliegt; vasa praevia, gekennzeichnet durch fetale Gefäße im Fruchtwasser, die zu lebensbedrohlichen Blutungen führen können; und uterine Ruptur, die ebenfalls mit akuten Schmerzen und Blutverlust einhergeht. Sonographisch lässt sich Placenta increta von einer einfachen Plazentainsuffizienz unterscheiden, indem man auf das Vorhandensein myometrialer Eindringtiefe achtet.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie von Placenta increta und percreta basiert primär auf einem geplanten, interdisziplinären Vorgehen in spezialisierten Zentren. Der Standard besteht aus einer geplanten Kaiserschnitt‑Entbindung gefolgt von einer hysterektomie, um das Risiko massiver Blutungen zu minimieren. Bei Percreta kann eine präoperative Ballonkatheter‑Platzierung der internalen iliakalen Arterie oder ein prophylaktisches embolisationelles Vorgehen in Erwägung gezogen werden, um den intraoperativen Blutverlust zu reduzieren. In ausgewählten Fällen, etwa bei Wunsch nach Erhalt des Uterus und entsprechender klinischer Stabilität, kann eine konservative Therapie mit engmaschiger Überwachung und adjuvanter Anwendung von uterotonischen Mitteln diskutiert werden; jedoch fehlt hierfür ein konsistenter Evidenznachweis für langfristige Sicherheit.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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