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Radialislähmung (G56.3) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard
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In diesem Artikel
Übersicht
Radialislähmung bezeichnet den Funktionsverlust des Musculus extensor carpi radialis, des Musculus supinator und weiterer Extensoren der Hand, verursacht durch Schädigung des N. radialis. Sie tritt häufig im Kontext von Frakturen des Humerusschafts auf, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, wobei die Inzidenz in dieser Altersgruppe im Rahmen orthopädischer Traumatologie relevant ist. Der Funktionsverlust führt zu einer charakteristischen Handstellung („Wrist‑drop“) und kann langfristige Einschränkungen der Greiffunktion nach sich ziehen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch ist ein plötzliches Auftreten eines „Wrist‑drop“, also die Unfähigkeit, das Handgelenk aktiv zu strecken. Zusätzlich fehlt die Supination des Unterarms, und die Fingerextension ist beeinträchtigt, während die Flexion erhalten bleibt. Der Verlauf kann je nach Ursache variieren: Bei einer akuten traumatischen Läsion folgt meist ein sofortiger Befund, während bei Kompressionen (z. B. durch Muskel‑ oder Knochenspalten) eine schrittweise Verschlechterung beobachtet wird. In der pädiatrischen Population kann die klinische Präsentation von begleitenden Fraktursymptomen überlagert sein.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Auftreten eines Traumas, insbesondere einer Humerus‑Schaftfraktur, und mögliche Begleitumstände wie Fehlstellungen oder operative Eingriffe. Die klinische Untersuchung bestätigt den Ausfall der Handgelenksstreckung, Supination und Fingerextension bei gleichzeitig intakter Flexion. Bildgebende Verfahren (Röntgen des Oberarms) dienen primär zur Bewertung einer Frakturlage; weiterführende bildgebende Modalitäten wie Ultraschall oder Magnetresonanztomographie können zur Darstellung einer Nervenkompression herangezogen werden, sofern die klinische Situation dies erfordert. Die Diagnose wird gestellt, wenn ein klarer Zusammenhang zwischen Nervenfunktionseinschränkung und anatomischer Läsion besteht.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Kompartmentsyndrom des Unterarms mit sekundärer Nervenbeteiligung
- Cervikobrachialer Plexus‑Schaden, insbesondere bei Beteiligung des N. radialis
- Lokale Muskel- oder Sehnenrupturen, die eine ähnliche Handstellung erzeugen können
- Zentralnervöse Ursachen (z. B. Schlaganfall), die jedoch typischerweise weitere neurologische Defizite zeigen
Die Unterscheidungsmerkmale liegen in der Lokalisation des Traumas, dem Vorhandensein von Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und begleitenden motorischen Ausfällen.
Therapie
Die initiale Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer Fraktur des Humerusschafts im Kindes‑ und Jugendalter wird eine frakturgebundene Versorgung angestrebt; die Nervenfunktion kann sich mit korrekter Osteosynthese spontan erholen. Sollte keine spontane Besserung innerhalb von mehreren Wochen eintreten, kommen operative Reanimationsmaßnahmen zum Einsatz. Historische Konzepte umfassen den Muskel‑ bzw. Tendonaustausch („Motor replacement operation“) zur Wiederherstellung der Extensorfunktion, wie in älteren chirurgischen Beschreibungen dargestellt. Die aktuelle Praxis bevorzugt jedoch konservative Beobachtung und physiotherapeutisches Training, bevor invasive Eingriffe erwogen werden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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