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Refsum-Krankheit (G60.1): Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-017404

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die Refsum‑Krankheit ist eine seltene autosomal rezessive peroxisomale Störung, die durch einen Defekt im Phytansäure‑α‑Oxidase‑Gen (PHYH) oder seltener im PEX7‑Gen verursacht wird. Der resultierende enzymatische Mangel führt zu einer pathologischen Akkumulation von Phytansäure (C₁₆:0) in Geweben und Blut. Epidemiologisch ist die Erkrankung weltweit selten, mit einer geschätzten Prävalenz von etwa 1 : 100.000 bis 1 : 500.000, wobei bestimmte Populationen (z. B. skandinavische Inseln) höhere Inzidenzraten aufweisen. Klinisch relevant ist die Kombination aus neurologischen, dermatologischen und ophthalmologischen Manifestationen, die ohne gezielte Therapie zu erheblicher Morbidität führen kann.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen eine chronisch fortschreitende Polyneuropathie mit Sensibilitätsverlust, Muskelkraftminderung und ataktischem Gang. Dermatologisch treten häufig kutane Xanthome, insbesondere an den Achseln und am Rücken, auf. Ophthalmologisch manifestiert sich die Erkrankung durch Retinitis pigmentosa‑artige Veränderungen, wobei ein kombinierter ophthalmogenetischer Ansatz zur Differenzierung von isolierten retinalen Degenerationen hilfreich ist. Der Krankheitsverlauf ist schleichend; neurologische Defizite verstärken sich im Jugend- bis frühen Erwachsenenalter, während die ophthalmologischen Symptome meist erst später sichtbar werden.

Diagnostik

Die Anamnese sollte auf familiäre Häufung und frühes Auftreten von Polyneuropathie sowie kutanen Veränderungen abzielen. Klinisch‑physikalische Untersuchung bestätigt sensorische Neuropathie und Ataxie; dermatologische Inspektion identifiziert Xanthome. Laborchemisch ist die Bestimmung der Plasmakonzentration von Phytansäure das diagnostische Schlüsselparameter; Werte deutlich über dem Normbereich bestätigen die Diagnose. Bildgebende Verfahren (z. B. MRT) können peroxisomale Veränderungen zeigen, sind jedoch nicht zwingend erforderlich. Die Diagnosekriterien beruhen auf klinischer Symptomatik in Kombination mit erhöhter Phytansäure und genetischer Bestätigung des PHYH‑ oder PEX7‑Mutationsstatus.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere peroxisomale Störungen wie die X‑chromosomale adrenoleukodystrophie, die ebenfalls Polyneuropathien und ophthalmologische Befunde zeigen kann, jedoch durch erhöhte VLCFA‑Spiegel charakterisiert ist. Eine isolierte Retinitis pigmentosa muss von der ophthalmologischen Manifestation der Refsum‑Krankheit unterschieden werden; hier liefert ein kombinierter ophthalmogenetischer Ansatz wertvolle Differenzierungsinformationen. Weitere Differenzialdiagnosen sind hereditäre Polyneuropathien (z. B. Charcot‑Marie‑Tooth) und metabolische Neuropathien bei Diabetes mellitus, die jedoch keine Phytansäure‑Akkumulation aufweisen.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie fokussiert sich primär auf die Reduktion der Phytansäurebelastung. Dies wird durch eine phytansäurereduzierte Diät (Vermeidung von Pflanzenölen, Nüssen und bestimmten Fischarten) erreicht, kombiniert mit einer hochdosierten Vitamin‑E‑Supplementation zur antioxidativen Unterstützung. Zusätzlich kann die regelmäßige Plasmapherese oder LDL‑Apherese eingesetzt werden, um den systemischen Phytansäuregehalt zu senken. Die Therapie sollte frühzeitig initiiert werden, da sie das Fortschreiten der neurologischen und ophthalmologischen Manifestationen verlangsamt.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.