Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Allogene Stammzelltransplantation – Indikationen, Diagnostik‑Algorithmus & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) ist ein therapeutisches Verfahren, bei dem hämatopoetische Vorläuferzellen von einem genetisch nicht identischen Spender auf den Empfänger übertragen werden. Sie wird primär bei malignen hämatologischen Erkrankungen eingesetzt, wenn konventionelle Therapien allein keine ausreichende Remission erzielen oder das Rezidivrisiko hoch ist. Die Indikationslandschaft umfasst akute Leukämien, chronische myeloische Leukämie im fortgeschrittenen Stadium, hochriskige lymphatische Neoplasien sowie bestimmte nicht‑maligne Erkrankungen wie aplastische Anämie, wenn keine geeignete autologe Quelle verfügbar ist. In Deutschland werden jährlich mehrere tausend allogene HSCTs durchgeführt; die Inzidenz spiegelt sowohl das Fortschreiten der onkologischen Versorgung als auch die zunehmende Verfügbarkeit von passenden Spendern wider.

Klinisches Erscheinungsbild

Patienten, für die eine allogene HSCT indiziert ist, präsentieren sich häufig mit einer fortgeschrittenen hämatologischen Erkrankung, die trotz intensiver Chemotherapie oder zielgerichteter Therapie persistiert. Typische Leitsymptome sind anämische Beschwerden (Müdigkeit, Dyspnoe), Infektanfälligkeit durch Neutropenie und Blutungsneigung infolge Thrombozytopenie. Bei akuten Leukämien manifestieren sich häufig unspezifische Symptome wie Fieber, Knochen‑ oder Gelenkschmerzen und splenomegales Befinden. Der klinische Verlauf vor der Transplantation ist gekennzeichnet durch eine Phase intensiver Induktions- bzw. Konsolidationsbehandlung, gefolgt von einer Remissionsprüfung; das Vorhandensein von Residual disease oder ein hohes Rezidivrisiko stellt die entscheidende Indikationsstellung dar.

Diagnostik

Die diagnostische Abklärung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, wobei insbesondere vorherige Therapielinien, Krankheitsstadium und Komorbiditäten erfasst werden. Körperliche Untersuchung fokussiert auf Zeichen einer hämatologischen Dysfunktion (z. B. Hepatosplenomegalie). Laboruntersuchungen umfassen ein komplettes Blutbild, Knochenmarkaspiration/-biopsie zur Bestimmung des Krankheitsstatus und molekulare Analysen (z. B. BCR‑ABL‑Status bei CML). Für die Spenderwahl werden HLA‑Typisierung und Serologietests durchgeführt; die Kompatibilität wird nach hochauflösenden Methoden bewertet. Die endgültige Indikationsstellung für eine allogene HSCT erfolgt nach Erfüllung definierter Kriterien, die das Vorhandensein einer malignen hämatologischen Erkrankung mit hohem Risiko für Therapie‑ oder Krankheitsversagen sowie die Verfügbarkeit eines geeigneten Spenders kombinieren.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere Ursachen für hämatologische Insuffizienz wie myelodysplastische Syndrome, aplastische Anämie ohne Transplantationsindikation und immunologisch vermittelte Cytopenien. Bei Verdacht auf akute Leukämie muss zwischen einer de‑novo‑Erkrankung und einer Therapie‑induzierten sekundären Malignität unterschieden werden. Zusätzlich sind infektiöse Ursachen von Fieber und Neutropenie (z. B. bakterielle oder fungale Infektionen) zu berücksichtigen, um eine unnötige Transplantationsentscheidung zu vermeiden.

Therapie

Die allogene HSCT wird als leitliniengerechte Standardtherapie bei den genannten Indikationen eingesetzt. Das Verfahren beinhaltet drei zentrale Phasen: Konditionierung (intensivierte Chemotherapie ± Radiotherapie zur Immunsuppression und Tumor‑Debulking), Transplantation der Spenderstammzellen und Nachsorge (Graft‑versus‑Host‑Disease‑Prophylaxe, Immunmonitoring). Die Konditionierungsregime werden je nach Krankheitsstatus, Alter und Komorbiditäten individuell ausgewählt; sie können myeloablationierend oder nicht‑myeloablationierend sein. Nach der Zellinfusion erfolgt eine engmaschige hämatologische Kontrolle sowie die prophylaktische Therapie zur Verhinderung von GvHD. Die posttransplantative Phase beinhaltet regelmäßige Kontrollen des Chimerismus, Immunstatus und das Management von Infektionen sowie Spätkomplikationen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.