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STEMI (I21.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

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In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Der ST‑Segment‑Elevation‑Myokardinfarkt (STEMI) ist die schwerste Form des akuten Koronarsyndroms und zeichnet sich durch eine anhaltende ST‑Segment‑Erhöhung im 12‑Kanal‑EKG aus, die auf einen vollständigen Verschluss einer Koronararterie hinweist. In industrialisierten Ländern liegt die jährliche Inzidenz bei etwa 30–50 pro 100 000 Personen; das Krankheitsbild trägt wesentlich zur kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome eines STEMI sind plötzlich einsetzender, drückender Brustschmerz, häufig retrosternal, der in den linken Arm, die Schulter oder den Kiefer ausstrahlen kann. Begleitend treten Dyspnoe, Schwitzen und Angstzustände auf. Im klinischen Verlauf bleibt das ST‑Segment im EKG ≥ 1 mm (≥ 2 mm bei V2–V3) über mindestens 20 Minuten persistent. Häufig finden sich pathologische Q‑Wellen nach erfolgreicher Revaskularisation, während kardiale Biomarker (z. B. Troponin) rasch ansteigen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf die Charakteristik des Brustschmerzes und Risikofaktoren für atherosklerotische Herzkrankheiten. Die körperliche Untersuchung ist häufig unauffällig, kann jedoch Zeichen einer kardiogenen Schocklage (z. B. kühle Extremitäten, niedriger Blutdruck) offenbaren. Das 12‑Kanal‑EKG stellt das zentrale diagnostische Werkzeug dar; die ST‑Segment‑Erhöhung hat eine hohe Spezifität für einen akuten Koronarverschluss, wobei systematische Übersichtsarbeiten die Genauigkeit dieser Elektrokardiogramm‑Findung bestätigen. Laboruntersuchungen umfassen kardiale Troponine zur Bestätigung myokardialen Schadens. Bildgebend wird häufig ein koronarangiographisches Verfahren eingesetzt, um das Ausmaß des Gefäßverschlusses zu quantifizieren und therapeutisch zu adressieren.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Nicht‑ST‑Segment‑Elevation‑Myokardinfarkt (NSTEMI) – meist ohne persistente ST‑Erhöhung, jedoch mit Biomarkeranstieg.
  • Akute Perikarditis – diffuse ST‑Hebungen in allen Ableitungen, häufig mit PR‑Segmente‑Depression.
  • Linksventrikuläre Hypertrophie bzw. linksbündige Blockierung – können zu sekundären ST‑Veränderungen führen, jedoch nicht den typischen Muster einer akuten Koronarisch‑obstruktiven Läsion aufweisen.

Die Unterscheidung basiert primär auf EKG‑Muster, Biomarkerprofil und klinischer Präsentation.

Therapie

Eine leitliniengerechte Therapie des STEMI beinhaltet sofortige reperfusionsorientierte Maßnahmen. Der Goldstandard ist die primäre perkutane Koronarintervention (PCI) innerhalb kurzer Zeit nach Erstkontakt, um den verschlossenen Gefäßabschnitt zu öffnen und das Myokard zu retten. Bei fehlender PCI‑Verfügbarkeit wird eine fibrinolytische Therapie als Alternative empfohlen, wobei der zeitliche Aspekt entscheidend ist. Zusätzlich erfolgt eine medikamentöse Standardtherapie, die Antithrombozyten‑ und Antikoagulanzien einschließt, um die Thrombogenese zu hemmen und weitere Ereignisse zu verhindern.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Im ICD‑10‑Katalog liegen benachbarte Diagnoseschlüssel im I21‑Block, die unterschiedliche Formen des akuten Myokardinfarkts (z. B. ohne ST‑Segment‑Erhöhung) abbilden.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.