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Rechtsschenkelblock (I45.1) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie-Standard

Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
  • Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
  • Übersichtsarbeit: 1
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-009341HOS-053923

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Der Rechtsschenkelblock (RSB) ist eine intraventrikuläre Leitungsstörung, die durch verzögerte Depolarisation des rechten Schenkelsystems gekennzeichnet ist. Er tritt in der Allgemeinbevölkerung mit einer Prävalenz von etwa 0,2 % bis 1 % auf und steigt mit dem Lebensalter sowie bei Vorliegen kardialer Strukturerkrankungen an. Klinisch relevant wird er vor allem im Kontext akuter Koronarereignisse, da ein neu auftretender RSB häufig mit einer akuten ST‑Segment‑Elevation‑Myokardinfarkt (STEMI) assoziiert ist und die Prognose beeinflussen kann.

Klinisches Erscheinungsbild

Patienten mit chronischem RSB zeigen meist keine spezifischen Beschwerden; das elektrophysiologische Muster wird zufällig bei einem EKG entdeckt. Bei akutem Myokardinfarkt kann ein neuer oder persistierender RSB jedoch mit typischen Ischämiesymptomen wie Brustschmerzen, Dyspnoe und diaphoresen Auftreten einhergehen. Das EKG weist charakteristische morphologische Merkmale auf: verbreiterte QRS‑Komplexe (>120 ms), rSR′‑Muster in V1–V2 sowie breite S‑Wellen in den lateralen Ableitungen. In der akuten Phase kann das Vorhandensein eines RSB mit ST‑Segment‑Elevation ein Hinweis auf eine umfangreiche koronare Läsion sein.

Diagnostik

Die Diagnose basiert primär auf dem 12‑Kanal‑EKG, wobei die definierten morphologischen Kriterien erfüllt sein müssen. Eine Anamnese sollte klären, ob der Block bereits bekannt ist oder neu aufgetreten ist, da ein neuer RSB im Rahmen eines akuten Koronarsyndroms eine höhere Risikoimplikation hat. Laboruntersuchungen (Troponin, CK‑MB) dienen zur Bestätigung einer myokardialen Schädigung. Bildgebende Verfahren wie die Koronarangiographie werden bei Verdacht auf STEMI indiziert, um das Ausmaß der koronaren Erkrankung zu beurteilen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Linksventrikulärer Hypertrophie mit sekundärem Rechtschekelblock‑Muster,
  • Vorhofflimmern mit variabler AV‑Überleitung,
  • Ventricular Pre‑Excitation (z. B. Wolff-Parkinson-White) mit rechtsdominanten Erregungswegen,
  • Postinterventionelle Rhythmusstörungen nach transkatheterer Aortenklappenimplantation (TAVR), die ein RSB‑ähnliches Muster erzeugen können.

Therapie

Bei asymptomatischem, chronischem RSB ohne strukturelle Herzerkrankung ist keine spezifische Therapie erforderlich. Im Kontext eines akuten STEMI mit begleitendem RSB wird eine leitliniengerechte Reperfusionstherapie (primäre PCI oder thrombolytische Therapie) empfohlen, da der Block das Risiko für kardiale Komplikationen erhöht. Bei hämodynamischer Instabilität kann die vorübergehende Schrittmacherimplantation indiziert sein, insbesondere wenn ein AV‑Block entwickelt wird. Die medikamentöse Standardtherapie richtet sich nach den allgemeinen Richtlinien für akutes Koronarsyndrom und beinhaltet antithrombotische sowie antiischämische Medikamente.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ein RSB bei akutem STEMI mit einer schlechteren Prognose assoziiert ist und das Risiko für Mortalität sowie kardiale Komplikationen erhöht. Darüber hinaus wurde ein neuartiges RSB‑ähnliches Rhythmusmuster unmittelbar nach TAVR beschrieben, welches jedoch häufig transient ist und nicht notwendigerweise eine pathologische Leitungsstörung widerspiegelt.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.