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Stromschlag – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard (T75.4)
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Übersichtsarbeit: 1
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 2
- Sonstige Quelle: 1
Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.
In diesem Artikel
Übersicht
Ein elektrischer Stromschlag ist eine Verletzung, die durch den Durchtritt von elektrischem Strom durch das Gewebe entsteht. In Deutschland werden jährlich mehrere tausend Fälle gemeldet, wobei Hochspannungsunfälle (≥ 1000 V) besonders schwerwiegende systemische Komplikationen hervorrufen können. Die klinische Relevanz liegt in der potenziellen Kombination aus lokalen Gewebeschäden, rhabdomyolytischem Syndrom, akuten Nierenversagen und lebensbedrohlichen kardialen Arrhythmien.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch sind sofortige Schmerzen oder ein Brennen an der Eintritts‑ bzw. Austrittsstelle, Muskelkontraktionen und Bewusstseinsverlust bei schweren Stromstärken. Häufig zeigen sich sekundäre Befunde wie Ödeme, Verbrennungen zweiten Grades sowie Zeichen einer Rhabdomyolyse (z. B. dunkler Urin). Bei Hochspannungsunfällen kann ein rascher Verlauf mit multiplen Organbeteiligungen auftreten, einschließlich pulmonaler Blutungen und kardialer Dysfunktion.
Diagnostik
Die Anamnese erfasst Spannung, Stromart (Wechsel‑/Gleichstrom), Kontaktdauer und Weg des Stroms durch den Körper. Klinisch wird die Eintritts- und Austrittsstelle inspiziert, neurologische und kardiovaskuläre Untersuchungen durchgeführt sowie Vitalparameter überwacht. Laborchemisch sind Kreatinkinase, Myoglobin, Elektrolyte und Nierenfunktion zu bestimmen; ein Anstieg weist auf Rhabdomyolyse hin. Bildgebende Verfahren (Röntgen, CT) dienen der Abklärung von Frakturen oder inneren Verletzungen, während EKG-Überwachung Arrhythmien detektiert.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen thermische Verbrennungen ohne elektrischen Stromfluss, mechanische Traumata mit ähnlichen Muskelverletzungen, akutes Koronarsyndrom bei Brustschmerzen und hypertensive Notfälle, die ebenfalls kardiale Symptome hervorrufen können. Die Kombination aus typischem Eintritts‑/Austrittsmuster und Laborzeichen einer Rhabdomyolyse hilft, den elektrischen Stromschlag zu bestätigen.
Therapie
Die initiale Versorgung richtet sich nach dem Prinzip der ABCDE‑Diagnostik und umfasst sofortige Sicherung der Stromquelle sowie Wiederbelebungsmaßnahmen bei Kreislaufstillstand. Leitliniengerechte Therapie beinhaltet aggressive Flüssigkeitszufuhr zur Prävention von akuten Nierenversagen, Monitoring und Behandlung von Elektrolytstörungen sowie kardiale Überwachung. Bei Nachweis einer Rhabdomyolyse wird eine volumengeleitete Diurese angestrebt; bei Auftreten pulmonaler Blutungen oder anderen Organkomplikationen erfolgt organ‑spezifische Therapie nach den jeweiligen Standards.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Ein kurzer Hinweis auf benachbarte ICD‑10‑Codes im selben Kapitel wird separat ergänzt.
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