Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Uterus bicornis – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie-Standard (Pädiatrie)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-004098

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Uterus bicornis ist eine kongenitale Fehlbildung des Uterus, die durch eine partielle Teilung der uterinen Funduswand entsteht und zu einer zweizipfligen (bicornuate) Gestalt führt. Die Prävalenz liegt im Bereich von etwa 0,1 % bis 0,5 % in der allgemeinen weiblichen Bevölkerung, wobei ein signifikanter Anteil betroffener Frauen wegen Fehlgeburten oder subfertiler Verläufe klinisch auffällt. Klinisch relevant ist die Assoziation mit wiederholten Schwangerschaftsverlusten und einem erhöhten Risiko für Fehl- bzw. Frühgeburten.

Klinisches Erscheinungsbild

Patientinnen mit Uterus bicornis präsentieren sich häufig erst im gebärfähigen Alter, meist wegen wiederholter Schwangerschaftsverluste oder unerklärlicher Infertilität. Typische Leitsymptome sind rezidivierende Fehlgeburten im ersten Trimester sowie ein erhöhtes Auftreten von Malpositionen des Fetus (z. B. Beckenlage) und Präeklampsie. In der körperlichen Untersuchung zeigen sich meist keine spezifischen Befunde; die Diagnose wird erst durch bildgebende Verfahren gestellt.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf wiederholte Schwangerschaftsverluste, Fehl- oder Frühgeburten sowie mögliche Begleiterkrankungen des müllerianen Duktus. Die gynäkologische Untersuchung ist in der Regel unauffällig. Bildgebend wird primär die transvaginale Sonographie eingesetzt; ein klassisches Zeichen ist das Vorhandensein zweier separater uteriner Hohlräume, die über einen schmalen Uterusfundus verbunden sind. Zur Bestätigung kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) verwendet werden, die detaillierte Darstellung der Uteruswand und des Fundus ermöglicht. Die Diagnosekriterien umfassen das Vorhandensein einer deutlichen Teilung des uterinen Fundus mit mindestens einem separaten Horn, das in den meisten Fällen bis zur Höhe des inneren Os reicht.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind Uterus septus (septaler Uterus), bei dem ein fibromuskulärer Septum die Gebärmutter teilt, sowie Uterus didelphys, bei dem zwei vollständig getrennte Uteri mit separaten Zervikalen und Vaginalkanälen vorliegen. Der Unterschied zum Uterus arcuatus liegt in der geringeren Ausprägung der Fundusteilung; beim Uterus bicornis ist die Teilung deutlich ausgeprägter. Bildgebende Verfahren (Sonographie, MRT) ermöglichen die Unterscheidung anhand des Ausmaßes und der Lage der uterinen Trennung.

Therapie

Die therapeutische Vorgehensweise orientiert sich an leitliniengerechten Prinzipien zur Optimierung der Schwangerschaftschancen. Bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten wird häufig eine chirurgische Korrektur (Metroplastik) in Erwägung gezogen, um die uterine Anatomie zu vereinheitlichen und das Risiko für Fehlgeburten zu senken. Die Indikation richtet sich nach dem Schweregrad der Anomalie und dem klinischen Verlauf. In Fällen, in denen keine chirurgische Intervention erfolgt, wird eine engmaschige obstetrische Betreuung empfohlen, einschließlich frühzeitiger Ultraschallkontrollen zur Überwachung der fetalen Lage und des Wachstums.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.