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Ventrikelseptumdefekt (VSD) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Leitlinie oder Konsensus
  • Leitlinie oder Konsensus: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Ein Ventrikelseptumdefekt (VSD) ist ein kongenitaler oder erworbener Defekt der interventrikulären Septums, der einen links‑nach‑rechts-Shunt ermöglicht. Die Prävalenz liegt bei etwa 2 % aller angeborenen Herzfehler; erworbene VSDs können im Kontext eines akuten Myokardinfarkts auftreten. Klinisch ist die Relevanz abhängig von Größe und Lokalisation des Defektes sowie vom daraus resultierenden Volumenüberlastungs‑ und Pulmonal‑Hypertension‑Risiko.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind ein systolisches Herzgeräusch, häufig im linken unteren Parasternalbereich, das bei größeren Defekten bis zu einem holosystolischen Murmur ausdehnt. Patienten können Dyspnoe, Müdigkeit und Wachstumsverzögerungen zeigen; bei kleinen Defekten bleibt die Symptomatik oft asymptomatisch. Der Verlauf ist stark defektgrößenabhängig: Kleine perimembranöse VSDs schließen häufig spontan im frühen Kindesalter, während große muskuläre oder subarterielle Defekte ein progressives Herzversagen begünstigen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf pränatale Befunde, familiäre Kongenitalherzfehler und mögliche auslösende Ereignisse (z. B. Myokardinfarkt). Die körperliche Untersuchung bestätigt das systolische Murmur und kann Hinweise auf Rechtsherzbelastung (z. B. hepatische Stauungszeichen) geben. Echokardiographie ist die zentrale Bildgebung: Sie definiert Größe, Lokalisation und Durchflussgradienten des Defektes sowie begleitende kardiale Morphologie. Doppler‑Messungen quantifizieren den Shunt (Qp/Qs). Ergänzend können kardiale Magnetresonanztomographie oder Herzkatheteruntersuchungen bei komplexen Fällen eingesetzt werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere links‑nach‑rechts-Shunts wie persistierender Ductus arteriosus, atriale Septumdefekte (ASD) mit sekundärem Rechtsherzüberlastungssyndrom sowie pulmonale Stenose. Das Vorhandensein eines systolischen Murmurs ohne diastolische Komponenten spricht eher für einen VSD als für ASD‑bezogene Geräusche. Bei erworbenen Defekten ist die Differenzierung von post‑myokardialen Septumrupturen gegenüber spontanen kongenitalen Defekten relevant.

Therapie

Die therapeutische Strategie richtet sich nach Defektgröße, klinischer Symptomatik und hämodynamischer Belastung. Kleine asymptomatische VSDs werden in der Regel beobachtet; regelmäßige kardiologische Kontrollen sind empfohlen. Bei moderaten bis großen Defekten mit signifikanter Volumenüberlastung oder Pulmonal‑Hypertension wird ein interventioneller oder chirurgischer Verschluss angestrebt. Der interventrikuläre Verschluss per Katheter (z. B. mit occluder‑basierten Systemen) gilt als erste Option bei geeigneten anatomischen Voraussetzungen, während offene chirurgische Reparatur bei unförmigen oder schwer zugänglichen Defekten bevorzugt wird. Medikamentöse Therapie dient primär der Symptomkontrolle (z. B. Diuretika bei Herzinsuffizienz), wobei keine spezifischen Pharmaka zur Schließung des Defektes existieren.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.