Wissensartikel · DE
Verbrennung der Atemwege (ICD‑10 T27.3): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Verbrennungen der Atemwege umfassen Schäden an den oberen und unteren Luftwegen infolge von Hitzeeinwirkung, Inhalation von Rauch oder toxischen Gasen. Sie treten häufig bei Brandereignissen auf und sind mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität verbunden, insbesondere wenn sie zu schwerer respiratorischer Insuffizienz führen. Epidemiologische Daten zeigen, dass inhalative Verletzungen einen signifikanten Anteil an feuerbedingten Todesfällen ausmachen und die klinische Prognose wesentlich schlechter ist als bei rein cutanen Verbrennungen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch sind sofort nach dem Ereignis auftretende Reizsymptome wie Husten, Heiserkeit, Stridor und Dyspnoe. Sichtbare Zeichen umfassen Verbrennungen im Gesichts- und Halsbereich, Rauchinhalation (z. B. schwarze Schleimhaut) sowie Ödeme der oberen Atemwege. Der Verlauf kann rasch fortschreiten zu Lungenödem, ARDS oder sekundären Infektionen, insbesondere bei Patienten, die mechanisch ventiliert werden müssen.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Ereignis (Dauer der Rauchexposition, Art des Brandes) und das Vorhandensein von Begleitverletzungen. Klinische Untersuchung beinhaltet Inspektion von Mund- und Rachenraum, Auskultation sowie Bewertung der Atemwegspermeabilität. Bildgebende Verfahren (Thorax‑Röntgen, CT) dienen zur Erkennung von Ödemen, Aspiration oder Pneumothorax. Endoskopie kann die Schwere der Schleimhautschädigung objektivieren. Mikrobiologische Analysen des unteren Respirationstrakts bei beatmeten Patienten zeigen ein differenziertes Bild zwischen Patienten mit und ohne inhalative Verletzung.
Differenzialdiagnosen
Wichtige Abgrenzungen sind:
- Reizdarmsyndrom durch Rauchgase vs. bakterielle Lungenentzündung,
- Ödem der oberen Atemwege nach Verbrennung vs. anaphylaktischer Schwellung,
- Aspirationspneumonie vs. direkte thermische Lungenschädigung,
- COPD‑Exazerbation vs. inhalative Verletzung bei Brandopfern.
Therapie
Die initiale Behandlung richtet sich nach den Prinzipien der Atemwegssicherung und Sauerstofftherapie, gefolgt von mechanischer Beatmung bei fortgeschrittener respiratorischer Insuffizienz. Leitliniengerechte Therapie beinhaltet bronchodilatatorische Maßnahmen, entzündungshemmende Strategien und prophylaktische Antibiotikagabe, wenn ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, insbesondere bei beatmeten Patienten mit nachgewiesenen mikrobiologischen Befunden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.