Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Hypertrichosis lanuginosa acquisita – Diagnostik, Differenzialdiagnose & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 1
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-003000

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Hypertrichosis lanuginosa acquisita (HLA) bezeichnet das erworbene Auftreten von feinen, lanuginoiden Haaren nach der Geburt. Die Erkrankung ist selten und tritt häufig im Kontext paraneoplastischer Syndrome oder autoimmuner Erkrankungen auf. In den verfügbaren Fallberichten wird ein Zusammenhang insbesondere mit malignen Tumoren des Gastrointestinaltrakts sowie mit Autoimmunhepatitis beschrieben, was die klinische Relevanz als möglicher Hinweis auf eine zugrundeliegende systemische Pathologie unterstreicht.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch für HLA ist das rasche Wachstum von weichen, hellen Haaren, die dem Neugeborenen‑Haarkleid ähneln. Die Haare erscheinen meist am Oberkörper, an den Extremitäten und im Gesicht, können jedoch auch andere Körperregionen betreffen. Der Befund entwickelt sich häufig innerhalb weniger Wochen bis Monate nach Auftreten der Grunderkrankung und kann mit einer ausgeprägten Hyperpigmentierung der Haut einhergehen. In den beschriebenen Fällen zeigte sich ein relativ stabiler Verlauf, solange die zugrundeliegende neoplastische oder autoimmune Erkrankung unbehandelt blieb.

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf einer sorgfältigen Anamnese, die das plötzliche Auftreten von lanuginoiden Haaren nach Ausschluss familiärer oder kongenitaler Ursachen erfasst. Klinisch wird die Beschaffenheit der Haare (fein, nicht pigmentiert) und ihr Verteilungsmuster dokumentiert. Laboruntersuchungen sollten auf mögliche paraneoplastische Marker sowie Autoimmunparameter abzielen; in den berichteten Fällen wurden erhöhte Leberwerte und autoantikörperbezogene Befunde bei assoziierter Autoimmunhepatitis gefunden. Bildgebende Verfahren (z. B. Sonographie, CT) dienen der Suche nach versteckten Tumoren. Es existieren keine spezifischen diagnostischen Kriterien außerhalb des klinisch‑pathologischen Kontextes.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Kongenitale Hypertrichose: bereits seit Geburt vorhandene Haarvermehrung, meist ohne plötzlichen Beginn.
  • Medikamenteninduzierte Hypertrichose: häufig assoziiert mit spezifischen Arzneimitteln (z. B. Ciclosporin), jedoch nicht charakteristisch lanuginös.
  • Endokrine Ursachen: z. B. Cushing‑Syndrom, das eher zu terminalen Haaren führt.
  • Andere paraneoplastische Hautmanifestationen: wie Acanthosis nigricans oder Dermatomyositis, die unterschiedliche klinische Merkmale aufweisen.

Therapie

Die Behandlung von HLA richtet sich primär nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Bei nachweisbarer Malignität wird eine leitliniengerechte onkologische Therapie (chirurgisch, chemotherapeutisch oder strahlentherapeutisch) angestrebt, was in den beschriebenen Fällen zu einer Reduktion des Haarwachstums führte. Bei Autoimmunhepatitis ist die immunmodulierende Standardtherapie indiziert; ebenfalls wurde hier eine Abnahme der Hypertrichose beobachtet. Symptomatische Maßnahmen wie mechanisches Entfernen (z. B. Rasur, Laser) können ergänzend eingesetzt werden, haben jedoch keinen Einfluss auf das zugrundeliegende Pathophysiom.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.