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Multiorganversagen (R65.3) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 5
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In diesem Artikel
Übersicht
Multiorganversagen (MOV) bezeichnet das gleichzeitige Versagen von mindestens zwei Organsystemen infolge einer systemischen Schädigung, häufig ausgelöst durch Sepsis. Die Inzidenz ist auf Intensivstationen hoch; ein signifikanter Anteil der Patienten mit schwerer Sepsis entwickelt im Verlauf ein MOV, was die Mortalität stark erhöht und die langfristige Morbidität prägt.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome umfassen hämodynamische Instabilität (hypotonischer Schock), respiratorische Insuffizienz mit Hypoxämie, akutes Nierenversagen mit oligurgischem Urinoutput sowie hepatische Dysfunktion (erhöhte Bilirubinwerte). Der Verlauf ist häufig progressiv: nach dem initialen hyperinflammatorischen Stadium kann ein immunoparalytisches Phase folgen, in der sekundäre Infektionen und Organfunktionsverlust zunehmen.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf Auslöser (z. B. infektiöse Quellen), Risikofaktoren und den zeitlichen Verlauf. Klinisch wird eine systemische Entzündungsreaktion anhand von Vitalparametern, Perfusionszeichen und Organfunktionsparametern beurteilt. Laboruntersuchungen umfassen Blutbild, Gerinnungsstatus, Laktat, proinflammatorische Marker (z. B. Procalcitonin) sowie organspezifische Werte (Kreatinin, Bilirubin, Transaminasen). Bildgebende Verfahren dienen der Identifikation von Infektionsherden und organischen Schäden. Diagnosekriterien basieren auf dem Vorhandensein von Sepsis plus mindestens zwei dysfunktionalen Organsystemen, wobei die Schwere nach etablierten Scoring‑Systemen (z. B. SOFA) quantifiziert wird.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind nichtinfektiöse Ursachen für Organversagen wie schwere Herzinsuffizienz, akutes Atemnotsyndrom ohne Infektion, toxische Schädigungen (z. B. Medikamente, Gifte) und Autoimmunerkrankungen mit multiorganen Manifestationen. Die Unterscheidung erfolgt über spezifische klinische Zeichen, Laborparameter (z. B. kardiale Biomarker), Bildgebung und ggf. mikrobiologische Befunde.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach leitliniengerechten Prinzipien: rasche Sepsis‑Kontrolle durch adäquate antimikrobielle Therapie, volumenbasierte hämodynamische Stabilisierung und zielgerichtete Organunterstützung. Bei hämodynamischer Instabilität wird eine frühe Volumengabe kombiniert mit Vasopressoren eingesetzt, um den mittleren arteriellen Druck zu sichern. Respiratorische Unterstützung erfolgt nach Bedarf mittels invasiver Beatmung und ggf. adjuvanter Maßnahmen wie prone Positioning. Das akute Nierenversagen wird durch optimierte Flüssigkeitsbilanz und, bei anhaltender Nierenfunktionsstörung, durch renal ersetzende Therapie (RRT) adressiert. Extrakorporale Verfahren (z. B. ECMO, Hämoperfusion) können in ausgewählten Fällen zur temporären Unterstützung mehrerer Organsysteme eingesetzt werden, wobei die Indikation streng nach aktuellem Evidenzstand gestellt wird.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Abschnitt liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Informationen vor; die benachbarten ICD‑10‑Codes im selben Kapitel werden hier nicht aufgeführt.
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