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Multiples Myelom – aktueller Therapiealgorithmus 2024 (ICD‑10 C90)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 1
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3
  • Sonstige Quelle: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-046598

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Das multiple Myelom ist ein malignes Plasmazellensyndrom, das primär im Knochenmark entsteht und durch die unkontrollierte Proliferation klonaler Plasma‑Zellen gekennzeichnet ist. Epidemiologisch betrifft es vorwiegend ältere Erwachsene; das mediane Diagnosealter liegt in den sechziger Jahren. Die Erkrankung macht etwa 1 % aller Krebsdiagnosen aus und stellt aufgrund ihrer heterogenen klinischen Präsentation sowie der progressiven Organbeteiligung eine bedeutende Herausforderung für die onkologische Versorgung dar.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen anhaltende Knochenschmerzen, pathologische Frakturen und hyperkalzämische Krisen. Häufig finden sich Anämie, Niereninsuffizienz sowie wiederkehrende Infektionen infolge einer Immunsuppression. Der Krankheitsverlauf ist gekennzeichnet durch Phasen von Remission und Progression; ohne effektive Therapie verläuft das multiple Myelom in der Regel schnell fortschreitend.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und gezielten Labor‑ sowie bildgebenden Verfahren. Wesentliche laborchemische Befunde sind ein monoklonaler Immunglobulinspiegel im Serum oder Urin, erhöhte Betaglobulinwerte und Zeichen einer Nierenbeteiligung. Bildgebung (z. B. Ganzkörper‑CT oder MRI) dient der Identifikation osteolytischer Läsionen. Die diagnostischen Kriterien schließen die Evidenz klonaler Plasmazellen im Knochenmark sowie mindestens eines myelomtypischen Organ- oder Gewebeschadens ein.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere hämatologische Malignome wie das chronische lymphatische Leukämie, Lymphome mit plasmacytärer Differenzierung sowie solide Tumoren mit Knochenmetastasen. Nicht‑sekretorisches multiple Myelom stellt eine besondere diagnostische Herausforderung dar, da die typischen monoklonalen Proteinspiegel fehlen; hier sind morphologische und immunhistochemische Befunde entscheidend.

Therapie

Die aktuelle therapeutische Strategie orientiert sich an einem stufenweisen Algorithmus, der induktive Kombinationstherapien, autologe Stammzelltransplantation (bei geeigneten Patienten) sowie Erhaltungs- bzw. Konsolidierungsphasen umfasst. Die induktive Phase nutzt mehrere Wirkprinzipien gleichzeitig, um die klonale Belastung zu reduzieren. Bei transplantationsfähigen Patienten folgt in der Regel eine hochdosierte Chemotherapie mit anschließender autologer Stammzelltransplantation. In der Erhaltungsphase wird eine leitliniengerechte Therapie fortgeführt, um das Fortschreiten zu verzögern und die Remission zu stabilisieren.

Besondere Populationen

Für schwangere Patientinnen besteht derzeit keine belastbare Evidenz für spezifische Therapieempfehlungen; die Behandlung muss individuell unter Abwägung von Mutter‑ und Kindergesundheit erfolgen. Bei Kindern ist das multiple Myelom äußerst selten, sodass evidenzbasierte Leitlinien kaum vorhanden sind. Ältere Patienten sowie solche mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion erfordern eine Anpassung der Therapieintensität; hier wird häufig auf weniger belastende Regime zurückgegriffen, wobei die Wirksamkeit sorgfältig gegen das Risiko von Nebenwirkungen abgewogen werden muss.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Nicht‑sekretorisches multiple Myelom bleibt diagnostisch herausfordernd und erfordert den Einsatz spezialisierter Labortechniken. Aktuelle Forschungsergebnisse aus mehreren klinischen Studien deuten auf potenzielle Vorteile neuer Kombinationen von zielgerichteten Therapien hin, deren Integration in den Standardalgorithmus jedoch noch einer breiteren Evidenzbasis bedarf. Die Literatur weist zudem auf die Bedeutung deregulierter Transkriptionsfaktoren für das Krankheitsverhalten hin, was zukünftige therapeutische Ansätze beeinflussen könnte.

Verwandte Codes

Zu diesem Thema liegen keine belastbaren Evidenzen zu benachbarten ICD‑10‑Codes im selben Block vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.