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Wissensartikel · DE

Peritoneum – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (S36.81)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-008141

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Das Peritoneum ist eine seröse Membran, die die Bauchhöhle (Peritonealraum) auskleidet und die inneren Organe umschließt. Es besteht aus einer parietalen und einer viszeralen Schicht, die über das Mesenterium miteinander verbunden sind. Die peritoneale Oberfläche spielt eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung von Flüssigkeits- und Stoffwechselgleichgewicht sowie bei immunologischen Prozessen. Klinisch ist das Peritoneum sowohl als Barriere gegen Infektionen und Tumorstreuung als auch als Zugangspunkt für therapeutische Verfahren (z. B. Peritonealdialyse) relevant.

Klinisches Erscheinungsbild

Erkrankungen des Peritoneums können sich durch unspezifische abdominale Beschwerden äußern, darunter diffuse Bauchschmerzen, Blähungen und ein vermehrtes Druckgefühl. Typisch sind jedoch auch Zeichen einer peritonalen Entzündung wie Abwehrspannung, fehlende Darmgeräusche und eventuell Fieber. Bei chronischen Peritonealerkrankungen (z. B. bei Langzeit-Peritonealdialyse) kann es zu einer graduellen Reduktion der Ultrafiltrationskapazität und zu peritonalen Fibrosen kommen, was sich klinisch in einem erhöhten Flüssigkeitsretentionsrisiko äußert.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf abdominale Symptome, vorherige Operationen, Dialysegeschichte und mögliche Exposition gegenüber infektiösen Erregern. Klinische Untersuchung beinhaltet Palpation zur Feststellung von Abwehrspannung sowie Perkussion und Auskultation des Abdomens. Laborparameter können eine Entzündungsreaktion (Erhöhung von CRP, Leukozytose) zeigen, während bei peritonealer Dialyse die Analyse des Dialysates Aufschluss über Infektionen oder Membranfunktion gibt. Bildgebende Verfahren, insbesondere hochauflösender CT und MRI, ermöglichen die Beurteilung der Peritonealstruktur, das Erkennen von Flüssigkeitsansammlungen sowie die Identifikation pathologischer Befunde wie Tumorinfiltrationen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute Appendizitis, Divertikulitis, perforierte Ulcera und intraabdominelle Blutungen. Bei peritonealen Infektionen muss zwischen sekundärer Peritonitis (z. B. durch Perforation) und tertiärer Peritonitis (häufig bei Langzeit-Peritonealdialyse) unterschieden werden. Maligne Erkrankungen des Peritoneums, wie Peritonealkarzinose, müssen von benignen fibrotischen Prozessen abgegrenzt werden; hier liefern Bildgebung und ggf. Biopsie entscheidende Informationen.

Therapie

Die therapeutische Vorgehensweise richtet sich nach der zugrunde liegenden Pathologie. Bei infektiöser Peritonitis ist eine leitliniengerechte antibiotische Therapie indiziert, die an den vermuteten Erreger angepasst wird; bei sekundärer Peritonitis ist zusätzlich ein chirurgischer Eingriff zur Quellenkontrolle erforderlich. In der Langzeit-Peritonealdialyse stehen prophylaktische Maßnahmen zur Infektionsprävention und ggf. Wechsel des Dialysatsystems im Vordergrund. Bei peritonealen Fibrosen kann eine Anpassung des Dialyseprotokolls sowie die Nutzung von biokompatiblen Lösungen helfen, den Membranverlust zu verlangsamen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

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