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Tinea (Dermatophytose) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard (ICD‑10 B35)
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Pilzinfektionen der Haut (Tinea) umfassen eine Gruppe von kutanen Mykosen, die durch Dermatophyten verursacht werden und überwiegend keratinisierte Strukturen wie Haut, Haare und Nägel befallen. Die Prävalenz variiert weltweit, ist jedoch in gemäßigten Klimazonen hoch; insbesondere Tinea corporis, cruris und pedis gehören zu den häufigsten dermatologischen Diagnosen. Klinisch relevant sind sowohl die direkte Belastung der Patienten durch Juckreiz und kosmetische Beeinträchtigung als auch das Risiko von sekundären bakteriellen Superinfektionen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typischerweise zeigen sich runde bis ovale, erythematöse Läsionen mit scharf begrenzten Rändern und einem zentralen Abschuppen. Der Rand kann aktiv erhaben sein (marginale Papulierung) und ist häufig prurig. Je nach betroffener Körperregion variieren die Lokalisation: Tinea corporis betrifft den Rumpf, Tinea cruris die Leisten‑ und Gesäßregion, Tinea pedis die interdigitalen Hautzwischenräume der Füße. Der Verlauf ist meist chronisch‑rezidivierend; unbehandelt können Läsionen ausdehnen und zu Hyperkeratose führen.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf Risikofaktoren wie Feuchtigkeitsbelastung, enge Kleidung, Kontakt mit kontaminierten Oberflächen oder tierischen Reservoiren. Klinisch wird die Diagnose primär durch Inspektion gestellt; ein Mikroskopie‑Abstrich (KOH-Präparation) bestätigt das Vorhandensein von hyphae‑artigen Strukturen. In ausgewählten Fällen kann eine Kultur zur Artbestimmung angelegt werden, insbesondere bei atypischem Befund oder Therapieversagen. Die Diagnosekriterien umfassen typisches klinisches Bild plus mikroskopischen Nachweis.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Erkrankungen sind intertriginöse Dermatitis (z. B. durch Irritation oder Bakterien), Psoriasis inverse, seborrhoische Dermatitis sowie kutane Manifestationen von Lichen planus. Bei Läsionen an den Füßen muss eine Unterscheidung zu interdigitale Intertrigo, Ekzem und chronischer Hyperhidrose erfolgen. Der Nachweis von Dermatophyten‑Hyphen im KOH‑Abstrich ist das entscheidende Differenzierungskriterium gegenüber nichtpilzlichen Dermatosen.
Therapie
Leitliniengerechte Therapie besteht aus einer topischen Antimykotika‑Behandlung als First‑Line bei begrenzten Läsionen, ergänzt durch systemische Optionen bei extensiver Befallung, rezidivierender Erkrankung oder Beteiligung von Haaren und Nägeln. Die Wirkprinzipien beruhen auf der Hemmung der Ergosterol‑Synthese bzw. Störung der Zellmembranstruktur des Pilzes. Bei topischer Therapie wird das Präparat über mehrere Wochen konsequent angewendet, um die Sporenbildung zu verhindern. Systemische Therapie wird in definierten Indikationen eingesetzt und erfordert eine engmaschige Überwachung von Leber‑ und Nierenfunktion.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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