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Präeklampsie (ICD‑10 O14): Diagnostik‑Algorithmus, Differentialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-019759

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Präeklampsie ist ein schwangerschaftsassoziiertes Syndrom, das durch neu auftretende Hypertonie und Proteinurie nach der 20. Schwangerschaftswoche gekennzeichnet ist. Sie betrifft etwa 2–5 % aller Schwangerschaften und stellt eine führende Ursache für mütterliche Morbidität und Mortalität sowie für feto‑materielle Komplikationen dar. Die Pathophysiologie beinhaltet endothelialen Schaden, gestörte Plazentafunktion und systemische Entzündungsreaktionen, was die klinische Relevanz als potenziell lebensbedrohlicher Zustand unterstreicht.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen plötzlich auftretende Blutdruckwerte ≥ 140/90 mmHg kombiniert mit Proteinurie (≥ 300 mg/24 h) oder, in neueren Definitionen, nachweisbare Organbeteiligungen wie erhöhte Serumkreatininwerte, transiente neurologische Symptome (Kopfschmerz, Sehstörungen, Hyperreflexie) oder hepatale Beteiligung (rechtsseitige Oberbauchschmerzen, transaminase Erhöhung). Der Verlauf kann von einer leichten Form mit rascher Besserung nach Entbindung bis zu schweren Verläufen mit eklamptischer Krise reichen, die durch Krampfanfälle, disseminierte intravaskuläre Gerinnungsaktivierung und multiorganes Versagen gekennzeichnet ist.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf das Auftreten von Bluthochdruck nach der 20. Schwangerschaftswoche, neue Proteinurie oder Zeichen systemischer Beteiligung. Die körperliche Untersuchung beinhaltet Blutdruckmessungen in Sitzen- und Liegeposition sowie die Suche nach Ödemen, neurologischen Auffälligkeiten und Lebervergrößerung. Laboruntersuchungen umfassen Urin‑Proteinquantifizierung, Serumkreatinin, Harnstoff, Leberenzymwerte (AST/ALT), Thrombozytenzahl und Gerinnungsparameter (z. B. D‑Dimer). Bildgebende Verfahren wie Doppler‑Ultraschall der Uterusarterien können Hinweise auf eine gestörte Plazentaperfusion geben. Diagnosekriterien beruhen auf dem Vorhandensein von neu auftretender Hypertonie plus mindestens einem weiteren Befund (Proteinurie, Organbeteiligung oder eindeutige Laborveränderungen).

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind chronische Hypertonie mit sekundärer Proteinurie, glomerulonephritisches Syndrom, akute Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen (z. B. HELLP‑Syndrom) und neurologische Erkrankungen wie Präeklampsie‑ähnliche Syndrome bei Autoimmunerkrankungen. Die Unterscheidung erfolgt durch die Kombination von Schwangerschaftszeitpunkt, Verlauf der Blutdruckentwicklung, spezifischen Laborbefunden (z. B. Thrombozytopenie beim HELLP‑Syndrom) und bildgebenden Befunden.

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie richtet sich nach dem Schweregrad. Bei leichter Präeklampsie wird häufig eine engmaschige Überwachung, Bettruhe und ggf. antihypertensive Basismedikation eingesetzt, um Blutdruckwerte im sicheren Bereich zu halten. Bei moderater bis schwerer Präeklampsie erfolgt in der Regel die Induktion oder Beschleunigung der Entbindung, da dies die definitive Therapie darstellt. Zusätzlich wird eine kontrollierte Blutdrucksenkung angestrebt, wobei medikamentöse Optionen nach Sicherheitsprofil für Schwangere ausgewählt werden. Bei eklamptischer Krise kommen magnesiumbasierte Antikonvulsiva zum Einsatz, um Krampfanfälle zu verhindern und neuroprotektive Effekte zu erzielen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.