Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Präeklampsie: Diagnostik‑Algorithmus, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 5

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-019759

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Präeklampsie ist eine schwangerschaftsassoziierte hypertensive Erkrankung, die nach der 20. Schwangerschaftswoche auftritt und durch neue oder verschärfte Hypertonie sowie Proteinurie gekennzeichnet ist. Sie betrifft etwa 2–8 % aller Schwangerschaften und stellt weltweit eine führende Ursache für maternale und perinatale Morbidität und Mortalität dar. Die Erkrankung kann zu schweren Komplikationen wie eklamptischer Krise, HELLP-Syndrom, placentarem Insuffizienzsyndrom sowie zu Frühgeburten führen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind neu aufgetretene oder sich verschlechternde Bluthochdruckwerte (≥ 140/90 mmHg) und Proteinurie (> 300 mg/24 h). Begleitend können Kopfschmerzen, visuelle Störungen, epigastrische Schmerzen, Übelkeit sowie Ödeme auftreten. Der Krankheitsverlauf ist häufig progressiv: ohne Intervention kann sich die Hypertonie verschlimmern und systemische Endorganschäden (Nieren, Leber, ZNS) hervorrufen. In schweren Fällen kommt es zu einer eklamptischen Krise mit Krampfanfällen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf den Schwangerschaftszeitpunkt, Blutdruckverlauf und das Auftreten von Proteinurie. Die körperliche Untersuchung prüft Blutdruck, periphere Ödeme und neurologische Befunde. Laboruntersuchungen umfassen Urinproteinbestimmung (24‑Stunden‑Sammlung oder Spot‑Albumin/Creatinin-Quotient), Serumkreatinin, Leberenzymwerte, Hämolyseparameter sowie Plasmaproteine. Bildgebend wird die Dopplersonographie der Uterusarterien zur Abschätzung der Plazentafunktion eingesetzt. Die Diagnose beruht auf dem Vorhandensein von neu auftretender Hypertonie und Proteinurie nach der 20. Schwangerschaftswoche, wobei alternative Ursachen auszuschließen sind.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen chronische Hypertonie mit Superimposition einer Präeklampsie, glomerulonephritische Syndrome (z. B. Lupusnephritis), hepatische Erkrankungen mit Ödemen und sekundärer Hypertension sowie das HELLP‑Syndrom, welches sich durch hämolytische Anämie, erhöhte Leberwerte und Thrombozytopenie auszeichnet. Die Unterscheidung erfolgt anhand spezifischer Laborparameter (z. B. Haptoglobin, LDH, Thrombozyten) und klinischer Kontextualisierung.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem Schweregrad. Bei leichter Präeklampsie wird häufig eine engmaschige Überwachung mit Bettruhe, regelmäßiger Blutdruckkontrolle und mütterlich-fetaler Sonographie empfohlen. Bei moderater bis schwerer Präeklampsie erfolgt in der Regel die Gabe von antihypertensiven Medikamenten, um den Blutdruck im Zielbereich zu halten, sowie die Verabreichung von Magnesiumsulfat zur Prophylaxe einer eklamptischen Krise. Der definitive Therapieansatz ist die Geburt des Kindes, wobei das Timing individuell nach fetalem Reifegrad und mütterlicher Stabilität abgewogen wird.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.