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Sepsis (ICD‑10 R65.20): Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard – Innere Medizin

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 5

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-021538

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Sepsis ist ein lebensbedrohlicher Organdysfunktion‑Zustand, der durch eine fehlgeleitete Immunantwort auf eine Infektion ausgelöst wird. In Deutschland werden jährlich mehrere hunderttausend Fälle gemeldet; die Mortalität liegt trotz moderner Intensivtherapie weiterhin im zweistelligen Prozentbereich. Die Erkrankung stellt aufgrund ihrer hohen Prävalenz und des schnellen Fortschreitens ein zentrales Problem in der Akutmedizin dar.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome einer Sepsis umfassen Fieber oder Hypothermie, Tachykardie, Tachypnoe sowie hämodynamische Instabilität. Häufig finden sich eine erhöhte Atemfrequenz mit möglicher Hyperventilation, ein niedriger Blutdruck trotz adäquater Flüssigkeitszufuhr und Zeichen einer Organinsuffizienz wie verminderte Urinausscheidung oder veränderte Bewusstseinslage. Der Verlauf kann von einem schleichenden Anstieg der systemischen Entzündungszeichen zu einem raschen Übergang in den septischen Schock führen, wobei die hämodynamische Verschlechterung innerhalb weniger Stunden auftreten kann.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf eine Kombination aus klinischer Anamnese, körperlicher Untersuchung und objektiven Messgrößen. Die Erhebung von Vitalparametern (Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Temperatur) sowie die Berechnung von Scores wie SOFA oder qSOFA dient der Früherkennung. Laborparameter umfassen erhöhte Entzündungsmarker, Laktatsteigerungen und Hinweise auf Organfunktionsstörungen (z. B. Kreatinin, Bilirubin). Bildgebende Verfahren werden eingesetzt, um den Infektionsfokus zu identifizieren. Die Diagnosekriterien beruhen auf dem Vorhandensein einer Infektion plus mindestens zwei Kriterien der systemischen Entzündungsreaktion oder einer organbezogenen Dysfunktion.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind nichtinfektiöse Ursachen von SIRS, wie schwere Verbrennungen, Traumata oder Panikattacken, sowie andere Formen akuter Organinsuffizienz ohne Infektionsursprung. Eine Hyperthyreose, adrenaline Krise oder Medikamentenreaktionen können ähnliche hämodynamische Muster hervorrufen. Die Unterscheidung erfolgt durch gezielte Anamnese (z. B. Exposition gegenüber Pathogenen), spezifische Laborbefunde und das Fehlen von Infektionszeichen.

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie umfasst eine sofortige, breit spektrumorientierte antibiotische Initialisierung innerhalb der ersten Stunde nach Verdacht, gefolgt von einer zielgerichteten Anpassung nach Erregernachweis. Zusätzlich wird ein frühzeitiges Flüssigkeitsmanagement mit kristalloiden Lösungen empfohlen, um die hämodynamische Stabilität zu sichern. Bei anhaltender Hämodynamikstörung trotz adäquater Volumengabe ist der Einsatz von Vasopressoren indiziert. Weitere Maßnahmen umfassen die Kontrolle des Infektionsfokus (z. B. chirurgische Drainage) und supportive Organunterstützung, etwa mechanische Beatmung oder Nierenersatztherapie, je nach klinischem Bedarf.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Daten zu benachbarten ICD‑10‑Codes vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.