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Septic abortion (O06.5): Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-021908HOS-021538

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Septic abortion bezeichnet eine durch intrauterine Infektion ausgelöste Sepsis nach einer Schwangerschaftsabbruch‑ oder Fehlgeburtssituation. Die Inzidenz ist in Hoch‑ und Mittelleistungsländern gering, doch die Mortalität ist im Vergleich zu anderen Ursachen von Muttersepsis signifikant erhöht. Klinisch steht sie für eine der häufigsten bakteriellen Ursachen maternaler Sepsis, wobei Streptokokken der Gruppe A, Escherichia coli und anaerobe Keime besonders relevant sind.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen plötzliches Auftreten von Fieber, Schüttelfrost, Tachykardie und Hypotonie im Kontext einer kürzlich erfolgten Fehlgeburt oder einem chirurgischen/medikamentösen Abort. Begleitend können abdominelle Schmerzen, vermehrte Vaginalblutungen, Rumpf‑ bzw. Beckenschmerzen sowie Zeichen einer systemischen Entzündungsreaktion (Leukozytose, erhöhte CRP) auftreten. Der Verlauf ist häufig rasant mit schneller Progression zu Schock und Multiorganversagen, wenn die Therapie verzögert wird.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf den Zeitpunkt des Abortvorgangs, Art des Eingriffs (instrumentell, medikamentös), Vorhandensein von Risikofaktoren wie vorherige Infektionen oder Immundefizienz. Klinische Untersuchung beinhaltet vitale Parameter, Abdomen‑Palpation und gynäkologische Inspektion auf Resteingriffe oder Blutungen. Laborbefunde zeigen typischerweise eine inflammatorische Antwort (Leukozytose, erhöhte Procalcitonin). Mikrobiologisches Monitoring mittels Blutkulturen und ggf. Vaginal‑ bzw. Endometriumbiopsien ist essenziell zur Erregeridentifikation. Bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT) können Abszesse oder Perforationen aufdecken, werden jedoch nur bei Verdacht auf Komplikationen eingesetzt.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:

  • Krankhafte Fehlgeburt ohne Sepsis – fehlende systemische Entzündungszeichen.
  • Uterusruptur – akute abdominale Notfallsituation mit freier Blutung, meist nach vorherigem operativem Eingriff.
  • Pelvic inflammatory disease (PID) – häufig sexuell übertragene Erreger, klinisch ähnlich, jedoch ohne direkten Abortbezug.
  • Thromboembolische Ereignisse – können ähnliche kardiale und respiratorische Symptome hervorrufen, jedoch keine Infektionsparameter.

Die Unterscheidung erfolgt primär durch Kombination von Anamnese, Laborwerten und bildgebenden Befunden.

Therapie

Eine leitliniengerechte Therapie besteht aus einer sofortigen breiten antibakteriellen Erstbehandlung, die sowohl grampositive, gramnegative als auch anaerobe Erreger abdeckt, bis ein spezifischer Erreger nachkulturiell identifiziert ist. Zusätzlich wird eine aggressive hämodynamische Stabilisierung angestrebt: Volumenersatz, Vasopressoren bei anhaltender Hypotonie und ggf. Kortikosteroide zur Modulation der Entzündungsreaktion. Bei Nachweis von Abszessen oder Resteingriffen ist ein chirurgischer Eingriff (Uterus‑Dilatation, Drainage) indiziert. Die Dauer der intravenösen Therapie richtet sich nach klinischem Ansprechen und Erregerpersistenz; eine Umstellung auf orale Antibiotika erfolgt erst nach Stabilisierung.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

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