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Spontan bakterielle Peritonitis – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie-Standard (K65.2)
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Spontan bakterielle Peritonitis (SBP) ist eine infektiöse Entzündung des Aszites bei Patienten mit Leberzirrhose, die ohne offensichtliche intraabdominelle Quelle auftritt. Sie stellt ein häufiges und schwerwiegendes Komplikationsmuster dar, das mit einer hohen Morbidität und Mortalität verbunden ist. Epidemiologisch wird SBP vor allem bei fortgeschrittener Zirrhose mit Aszites beobachtet; die Inzidenz steigt mit zunehmender Leberinsuffizienz und schlechterer Nierenfunktion.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome einer SBP sind Fieber, abdominale Schmerzen oder Druckempfindlichkeit sowie ein plötzliches klinisches Deteriorium. Laborchemisch zeigen sich häufig eine Erhöhung der Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten) und ein Anstieg der Serum‑Ammoniakwerte. Der Aszites kann sich in seiner Beschaffenheit verändern, wobei bei parazentese einer milchig‑trübe Flüssigkeit auffällt. Der Verlauf ist häufig akut, mit rascher Verschlechterung des hepatischen Funktionsstatus und möglicher Entwicklung eines hepatorenalen Syndroms.
Diagnostik
Die Diagnose beruht auf einer kombinierten Anamnese (bekannte Leberzirrhose, Aszites) und körperlichen Untersuchung sowie der parazenthetischen Analyse. Ein zelluläres Profil von ≥250 Leukozyten/µl im Aszites, wovon mehr als 50 % neutrophile Granulozyten sind, gilt als diagnostisches Kriterium für SBP. Zusätzlich wird eine mikrobiologische Kultur des Aszites angelegt, um den Erreger zu identifizieren. Begleitend werden Blutkulturen und Laboruntersuchungen (Leberwerte, Nierenfunktion, Elektrolyte) durchgeführt, um mögliche Komplikationen wie hepatorenales Syndrom frühzeitig zu erkennen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen sekundäre bakterielle Peritonitis bei perforierter viszeraler Pathologie, peritoneale Karzinose mit entzündlicher Aszites, tuberkulöse Peritonitis sowie nichtinfektiöse Ursachen wie hepatische Enzephalopathie ohne Infektion. Die Unterscheidung erfolgt primär über die Zellzahl im Aszites, das Vorhandensein einer fokalen intraabdominellen Läsion (z. B. mittels Ultraschall oder CT) und die mikrobiologische Kultur.
Therapie
Die leitliniengerechte Behandlung von SBP beinhaltet eine sofortige intravenöse antibiotische Standardtherapie, die breit gegen gramnegative Erreger wirkt, gefolgt von einer sekundären Prophylaxe bei erneutem Risiko. Zusätzlich wird ein Albumin‑Infusionsschema empfohlen, um das Risiko eines hepatorenalen Syndroms zu reduzieren. Die Therapie muss innerhalb weniger Stunden nach Diagnosestellung initiiert werden; klinische Kontrolle und wiederholte Parazentese zur Therapieüberwachung sind üblich.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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