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Spontan-bakterielle Peritonitis (SBP) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Spontan‑bakterielle Peritonitis (SBP) ist eine akute bakterielle Entzündung des Aszites bei Patienten mit Leberzirrhose ohne erkennbare intraabdominelle Quelle. Sie tritt vorwiegend bei fortgeschrittener Zirrhose auf und stellt ein bedeutendes Komplikationsrisiko dar, da sie die Morbidität und Mortalität stark erhöht. Die Inzidenz liegt in kohortenbasierten Studien im Bereich von etwa 10 % pro Jahr bei Patienten mit Aszites, wobei das Risiko mit zunehmender Schwere der Lebererkrankung steigt.
Klinisches Erscheinungsbild
Patienten präsentieren sich häufig mit unspezifischen Beschwerden wie Fieber, abdominalen Schmerzen oder einer Verschlechterung des Allgemeinzustands. Typisch ist ein plötzliches Auftreten von Bauchbeschwerden kombiniert mit systemischen Entzündungszeichen (Tachykardie, Leukozytose). In vielen Fällen bleibt das körperliche Befundbild jedoch unspezifisch; Aszites kann sich vergrößern und die Abdominalspannung erhöht sein. Der Krankheitsverlauf ist rasch, wobei ohne Therapie eine schnelle Verschlechterung bis hin zu hepatorenalem Syndrom möglich ist.
Diagnostik
Die Diagnose beruht auf einer Kombination aus klinischer Anamnese, körperlicher Untersuchung und parazenthetischer Aszites‑Analyse. Bei Verdacht wird eine diagnostische Parazentese durchgeführt; ein PMN‑Zellwert (polymorphkernige Leukozyten) von ≥ 250 / µl im Aszitesfluid gilt als diagnostisches Kriterium für SBP. Zusätzlich sollte das Fluid auf Bakterienkultur untersucht werden, wobei die Sensitivität der Kultur begrenzt ist und häufig negative Ergebnisse trotz klinischer SBP vorkommen. Laborparameter wie erhöhte Serum‑CRP, Leukozytose und ein Anstieg des Bilirubins unterstützen die Diagnose, ersetzen jedoch nicht die parazenthetische Untersuchung.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen sekundäre bakterielle Peritonitis (mit klarer intraabdomineller Quelle wie perforiertes Viszeralorgan), tuberkulöse Peritonitis, peritoneale Karzinose und nichtinfektiöse Aszites‑Komplikationen (z. B. hepatisches Enzephalopathie ohne Infektion). Die sekundäre Peritonitis zeichnet sich durch höhere PMN‑Zahlen, häufig positive Kultur und das Vorhandensein von zusätzlichen Befunden wie freier Luft im Abdomen oder lokaler Abszessbildung aus.
Therapie
Die initiale Behandlung besteht aus einer leitliniengerechten antibiotischen Standardtherapie, die intravenös über mehrere Tage verabreicht wird. Nach klinischer Besserung erfolgt ein Umstieg auf orale Substitution, sofern keine Kontraindikationen bestehen. Zusätzlich wird prophylaktisch ein Albumin‑Infusionstherapie empfohlen, um das Risiko eines hepatorenalen Syndroms zu reduzieren. Die Therapie muss bei klinischem Versagen oder Persistenz des PMN‑Wertes nach 48 h angepasst werden, wobei eine erneute Parazentese und ggf. eine Erweiterung des antimikrobiellen Spektrums indiziert sind.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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