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Akute Pankreatitis (ICD‑10 K85): Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Akute Pankreatitis ist eine plötzlich auftretende Entzündung des Pankreas, die durch autodigestive Prozesse gekennzeichnet ist. Sie zählt zu den häufigsten gastrointestinalen Notfällen und verursacht in der Akutphase signifikante Morbidität und Mortalität. Die Inzidenz variiert regional, liegt jedoch im europäischen Kontext bei mehreren Fällen pro 100 000 Einwohner jährlich.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind ein plötzlich einsetzender, intensiver Oberbauchschmerz, der häufig in den Rücken ausstrahlt und durch das Liegen nicht gelindert wird. Begleitende Beschwerden können Übelkeit, Erbrechen und systemische Zeichen einer Entzündungsreaktion wie Fieber und Tachykardie sein. Klinisch kann ein progressiver Verlauf mit zunehmender Schmerzintensität, Hämodynamikinstabilität und Organversagen auftreten.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf auslösende Faktoren (z. B. Gallensteine, Alkoholkonsum) sowie frühere Pankreatitis-Episoden. Die körperliche Untersuchung bestätigt häufig einen druckempfindlichen Oberbauch mit fehlender Peritonismus. Laborchemisch zeigen sich erhöhte Serumamylase- und Lipasewerte, die mindestens dreifach über dem oberen Normwert liegen müssen, um die Diagnose zu unterstützen. Bildgebend wird in der Regel eine transabdominelle Ultraschalluntersuchung eingesetzt, um Gallensteine oder biliäre Obstruktion auszuschließen; ergänzend kann eine kontrastverstärkte Computertomographie zur Beurteilung des Ausmaßes und zum Ausschluss anderer Pathologien herangezogen werden. Die Diagnose wird anhand etablierter Kriterien gestellt, die klinische Zeichen, Laborparameter und Bildgebung kombinieren.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen gastrointestinale Perforationen, mesenteriale Ischämie, akute Cholezystitis sowie bakterielle Abdomen. Charakteristisch für eine perforierte Ulkus ist das Vorhandensein freier Luft im Peritoneum, während bei einer mesenterialen Ischämie typischerweise ein lauter Bauch mit fehlender Darmgeräusche vorliegt. Akute Cholezystitis zeigt meist lokale Murphy-Zeichen und kann durch Ultraschall eindeutig identifiziert werden.
Therapie
Die initiale Behandlung richtet sich nach den Prinzipien der unterstützenden Therapie: strikte Flüssigkeitsresuscitation, Schmerztherapie und Überwachung von Vitalparametern. Bei Verdacht auf eine biliäre Ursache wird ein frühzeitiges endoskopisches Eingreifen empfohlen, um die Obstruktion zu beseitigen. Ernährungstechnisch wird bevorzugt eine enterale Nahrungszufuhr angestrebt, sobald der Patient klinisch stabil ist; parenterale Ernährung wird nur bei Kontraindikationen eingesetzt. Die medikamentöse Standardtherapie umfasst antientzündliche Maßnahmen ohne spezifische Pharmaka zu nennen, wobei die Therapie individuell an den Schweregrad und das Vorhandensein von Komplikationen angepasst wird.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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