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Akute Pankreatitis (ICD‑10 K85): Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Akute Pankreatitis ist eine plötzlich auftretende Entzündung des Pankreas, die durch autodigestive Prozesse gekennzeichnet ist und zu lokaler Gewebeschädigung sowie systemischer Komplikationen führen kann. Sie gehört zu den häufigsten gastrointestinalen Notfällen; die Inzidenz liegt in europäischen Studien bei etwa 13–45 Fällen pro 100 000 Einwohner jährlich. Die klinische Relevanz resultiert aus der potenziell lebensbedrohlichen Natur schwerer Verläufe, insbesondere bei nekrotisierender Pankreatitis, sowie aus den langfristigen Folgen wie exokriner und endokriner Insuffizienz.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch beginnen die Symptome plötzlich mit epigastrischen Schmerzen, die häufig in den Rücken ausstrahlen und durch Bewegung oder das Einnehmen einer liegenden Position verstärkt werden. Begleitend treten Übelkeit, Erbrechen und eine Abnahme des Allgemeinzustands auf. In schweren Verläufen können sich systemische Entzündungsreaktionen mit Hypotonie, Tachykardie und Organversagen entwickeln. Der Krankheitsverlauf lässt sich grob in drei Phasen einteilen: die initiale entzündliche Phase (bis zu etwa einer Woche), eine mögliche Phase lokaler Komplikationen wie Pankreasnekrose oder peripancreatische Flüssigkeitsansammlungen, und schließlich die Erholungsphase, in der sich das Gewebe reorganisiert.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf ein klassisches Trias: typische klinische Symptomatik, erhobene Serum-Amylase bzw. Lipase (mindestens dreifache Obergrenze des Normalwertes) und bildgebende Befunde. Die Anamnese sollte mögliche Auslöser wie Gallensteine, Alkoholmissbrauch oder seltenere Ursachen (z. B. duodenale Duplicationzysten) erfassen. Körperliche Untersuchung fokussiert den epigastrischen Schmerz und mögliche Zeichen einer Peritonitis. Laborparameter ergänzen das Bild durch Entzündungsmarker (CRP, Leukozytose) und Hinweise auf Organfunktionsstörungen. Ultraschall dient primär der Identifikation von Gallensteinen und kann peripancreatische Flüssigkeitsansammlungen zeigen; die Computertomographie ist im akuten Setting Goldstandard zur Beurteilung von Nekrosegrad und Komplikationen. Für die Diagnose einer gallengangsassoziierten Pankreatitis wird häufig eine endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) eingesetzt, wobei ihr Nutzen in ausgewählten Patienten mit persistierender Obstruktion diskutiert wird.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen gastrointestinale Perforationen, mesenteriale Ischämie, perforierte Ulzera, biliäre Kolik und andere Ursachen akuter Abdomenbeschwerden. Bildgebende Verfahren helfen, peripancreatische Flüssigkeit von anderen intraabdominellen Sammlungen zu unterscheiden. Laborparameter können zwischen pankreatischer Enzephalopathie und anderen metabolischen Störungen differenzieren.
Therapie
Die initiale Behandlung richtet sich nach leitliniengerechten Grundprinzipien: strikte Nüchternheit, ausreichende intravenöse Flüssigkeitszufuhr zur Aufrechterhaltung der Perfusion und Schmerztherapie. Bei schwerer Pankreatitis mit nekrotisierendem Gewebe wird ein engmaschiges Monitoring empfohlen, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Der prophylaktische Einsatz von Antibiotika bei nicht infizierter Nekrose ist nicht evidenzbasiert und wird nicht routinemäßig empfohlen; eine gezielte antibiotische Therapie sollte erst bei nachgewiesener Infektion erfolgen. In Fällen einer gallengangsassoziierten Pankreatitis kann ein frühzeitiger ERCP-Eingriff mit Steinextraktion erwogen werden, insbesondere wenn persistierende Obstruktion oder cholangitische Zeichen vorliegen. Bei seltenen Ätiologien wie duodenalen Duplicationzysten ist eine chirurgisch-endoskopische Intervention zur Ursachexklusion angezeigt.
Besondere Populationen
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Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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