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Fußdeformitäten (M20) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Leitlinie oder Konsensus
  • Leitlinie oder Konsensus: 1
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-051152HOS-010337

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Progressive Collapsing Foot Deformity bezeichnet eine fortschreitende Fehlstellung des Fußes, bei der das medialen Längsgewölbe kollabiert und zu einer pronationären Abflachung führt. Die Klassifikation basiert auf morphologischen Merkmalen wie dem Verlust des medialen Gewölbes, valgusgerichteter Hindfußstellung und häufig begleitender Peroneus‑Longus‑Dysfunktion. Epidemiologisch ist die Prävalenz im höheren Lebensalter erhöht; bei älteren Menschen wird sie häufig mit Schmerzen im Mittelfuß und einer verminderten Belastungsfähigkeit assoziiert. Klinisch relevant ist die Fehlstellung wegen des Risikos für sekundäre Pathologien wie Metatarsalgien, Plantarfasziitis und Arthrose der Mittel- und Endgelenke.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind mediale Fußschmerzen, besonders beim langen Stehen oder Gehen, sowie ein sichtbarer Kollaps des Längsgewölbes. Der klinische Befund zeigt eine nach innen gedrehte Ferse (Valgus), einen abgesenkten medialen Fußbogen und häufig eine Überpronation im Gangbild. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einer lateralen Verschiebung der Mittelfußknochen kommen, was das Auftreten von Metatarsalgien begünstigt. Der Verlauf ist meist schleichend; ohne adäquate Therapie verschlechtert sich die Deformität über Jahre hinweg.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf chronische medialseitige Fußschmerzen, Belastungsintoleranz und mögliche Auslöser wie Übergewicht oder langjähriges Stehen. Die körperliche Untersuchung beinhaltet die Beurteilung des statischen Gewölbe‑ und Hindfußwinkels, den „Jack‑Test“ zur Provokation einer pronatorischen Instabilität sowie die Palpation der Plantarfaszie und peronealen Muskulatur. Bildgebend werden standardisierte Röntgenaufnahmen im Gewichtstragenden Stand verwendet, um den medialen Gewölbewinkel und die Hindfußstellung zu quantifizieren. Ergänzend können Druckplattenanalysen biomechanische Belastungsmuster aufzeigen. Die Diagnose basiert auf der Kombination aus klinischem Befund und bildgebender Bestätigung des Kollapses des Längsgewölbes.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen die flexible Pes planus, bei der das Gewölbe im belasteten Zustand erhalten bleibt, sowie die hallux valgus‑assoziierte Deformität, die primär den Großzehen betrifft. Eine sekundäre peroneale Muskelverkürzung kann ähnliche pronatorische Muster erzeugen, lässt sich jedoch durch gezielte Muskeltests differenzieren. Arthrose des ersten Mittelfußgelenks und rheumatoide Fußdeformitäten müssen ebenfalls ausgeschlossen werden, da sie strukturelle Veränderungen im Mittelfußbereich hervorrufen können.

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie beginnt mit konservativen Maßnahmen: orthopädische Einlagen zur Unterstützung des medialen Gewölbes, physiotherapeutische Kräftigung der intrinsischen Fußmuskulatur und Dehnungsübungen für die hintere Muskelkette. Bei persistierenden Beschwerden kann eine gastrocnemius‑Recession in Erwägung gezogen werden, um die dorsale Belastung zu reduzieren und das Längsgewölbe zu entlasten. Operativ wird bei fortgeschrittener Kollapsdeformität ein rekonstruktiver Eingriff mit Plantarfasziotomie oder osteotomischer Korrektur des Hindfußes empfohlen, wobei die Auswahl der Technik nach individueller Anatomie und Belastungsprofil erfolgt.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.