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Sonstige akute Peritonitis (ICD‑10 K65.09): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 3
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-020860

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Sonstige und nicht näher bezeichnete akute Peritonitis beschreibt eine plötzlich auftretende, diffuse Entzündung des Peritoneums ohne eindeutige etiologische Zuordnung zu einer spezifischen intraabdominellen Quelle wie Appendizitis oder Divertikulitis. Epidemiologisch ist die Häufigkeit schwer zu quantifizieren, da die Diagnose häufig erst im Rahmen von operativen Befunden gestellt wird und oftmals bereits als Komplikation anderer Erkrankungen (z. B. perforierte Divertikel) klassifiziert wird. Klinisch relevant ist das Syndrom wegen seiner potenziell raschen Progression zu septischem Schock und Multiorganversagen, was eine zeitnahe Diagnostik und Therapie erfordert.

Klinisches Erscheinungsbild

Patienten präsentieren sich typischerweise mit plötzlich einsetzenden, starken abdominalen Schmerzen, die zunächst periumbilikal beginnen und schnell generalisieren. Begleitend treten häufig Abwehrspannung, fehlende oder reduzierte Darmgeräusche sowie systemische Zeichen wie Fieber, Tachykardie und Hypotonie auf. Der Verlauf ist in der Regel progressiv; ohne adäquate Therapie kann sich eine Peritonitis innerhalb weniger Stunden zu einer hämodynamisch instabilen Sepsis entwickeln.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf akute Schmerzentwicklung, mögliche Vorläuferereignisse (z. B. gastrointestinale Blutungen, kürzlich erfolgte endoskopische Eingriffe) und Risikofaktoren für Perforationen. Klinisch wird die Abwehrspannung palpatorisch beurteilt; ein positiver Blumberg‑Test unterstützt den Verdacht. Laborchemisch zeigen sich häufig eine Leukozytose mit linksverschobener Differenzierung, erhöhte C‑reaktive Protein- und Procalcitoninwerte, jedoch sind diese unspezifisch. Bildgebend ist die Sonographie im Notfall schnell verfügbar, kann jedoch bei ausgedehnter Gasbildung limitiert sein. Computertomografie (CT) mit Kontrastmittel liefert die höchste Sensitivität für freie Luft, Flüssigkeit und mögliche fokale Perforationsherde; in den geprüften Fallberichten wurde CT zur Bestätigung einer generalisierten Peritonitis eingesetzt. Die Diagnose „sonstige akute Peritonitis“ wird gestellt, wenn keine eindeutige Quelle identifiziert werden kann und die klinischen sowie bildgebenden Befunde eine diffuse Entzündung des Peritoneums belegen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Akute Appendizitis – typischerweise initial lokalisierte RLQ-Schmerzen, häufig mit sonographisch sichtbarem entzündetem Appendix.
  • Divertikulitis (sigmoid oder ileal) – Schmerzen im linken Unterbauch bzw. epigastrisch, CT zeigt fokale Divertikelperforation und lokale Flüssigkeitsansammlungen.
  • Perforierte Ulzera – anamnestisch häufig mit NSAID‑Einnahme assoziiert, CT kann freie Luft nahe dem Magen/Dünndarm zeigen.
  • Gynäkologische Notfälle (z. B. Tuberkulose‑Abszess, Ovarialtorsion) – differenzierbar durch gynäkologische Untersuchung und ggf. transvaginale Sonographie.
  • Mesenteriale Ischämie – Schmerzen disproportional zum Befund, häufig mit erhöhten Lactatwerten und CT‑Zeichen einer verminderten Darmperfusion.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie orientiert sich an einer sofortigen Quelleinengagement, breiter antiinfektiöser Abdeckung und chirurgischer Intervention. Initial wird ein intravenöser Flüssigkeitssubstitut zur Stabilisierung des Kreislaufs verabreicht. Die antibiotische Standardtherapie umfasst ein breit spektrum wirksames Regime, das gramnegative Stäbchen, anaerobe Keime sowie mögliche grampositive Erreger abdeckt; die Auswahl erfolgt nach lokalen Resistenzdaten und klinischer Erfahrung. Bei fehlender klarer Quelle wird eine operative Exploration (z. B. laparoskopisch oder offen) empfohlen, um potenzielle Perforationsherde zu identifizieren und zu behandeln. In den vorliegenden Fallberichten wurden sowohl Appendizitis als auch Ileal‑Divertikulitis als zugrundeliegende Ursachen entdeckt, was die Notwendigkeit einer intraoperativen Diagnostik unterstreicht.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.